Das Literarische Quartett legt die Bücher zur Seite

Von: Kurt Lehmkuhl
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Inge Koch Wittmann (r.) hatte
Inge Koch Wittmann (r.) hatte zum letzten Literarischen Quartett im Burgh-Keller Robin Banerjee (l.), Hubert Fuchs und Sabine Lebek eingeladen. Foto: Koenigs

Erkelenz. Angerichtet: Zum letzten Mal war im Burgh-Keller angerichtet für ein Literarisches Quartett. Nach zehnjähriges Dauer und 20 Veranstaltungen beendete Inge Koch-Wittmann mit der 21. Ausgabe diese Reihe, in der sich alles nur ums Buch dreht.

Als das Literarische Quartett mit Marcel Reich-Ranicki aus dem Programm des ZDF verschwand, wurde Inge Koch-Wittmann aktiv und rief ihr eigenes Literarisches Quartett ins Leben. „Was gibt es Schöneres, als mit lieben Menschen über gute Bücher zu reden?”, meinte die Lehrerin des Cornelius-Burgh-Gymnasiums zum Bedauern vieler Literaturfreunde bei der Abschiedsvorstellung. Jetzt, nach zehn Jahren, sei es an der Zeit, Abschied zu nehmen; mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Sie spricht statt von Abschied von einer „schöpferischen Pause”.

Ein wenig Hoffnung bleibt demnach, auch wenn viele das aktuelle Ende bedauern. „Ich habe einfach nicht mehr die Zeit für die Vorbereitung, die notwendig wäre”, meinte die engagierte Studiendirektorin. Es habe viele tolle Veranstaltungen mit einem großen Stammpublikum gegeben. Fernab vom Deutschunterricht hätte sie mit Schülern, Eltern und Lehrern über Literatur diskutieren können. Bei der Auswahl fürs „Quartett” habe sie ein gutes Händchen gehabt, das richtige „Bauchgefühl”. Es habe immer Bücher gegeben, „über die man gut reden kann”.

So war es auch dieses Mal, bei der Abschiedsvorstellung, die zugleich eine Premiere war: Statt drei standen vier Bücher zur Diskussion. Hubert Fuchs stellte Michael Kleebergs „Das amerikanische Hospital vor”, in dem die Freundschaft zweier kranker Menschen zwischen einem amerikanischen Soldaten und einer Französin thematisiert wird. „Die Verlierer sind hier die Mediziner.” Die Entwicklung eines schüchternen Mädchens aus Irland, das in Amerika zu einer selbstbewussten Frau wird, beinhaltet der von Sabine Lebek vorgestellte Roman „Brooklyn” von Colm Toibin, in dem auch das Thema Integration eindrucksvoll geschildert wird. Robin Banerjee hatte sich Michael Köhlmanns (autobiografischen?) Kurzroman „Idylle mit ertrinkendem Hund”, vorgenommen, in dem es nicht nur um die Beziehung zwischen einem Autor und seinem Lektor geht, sondern auch um die Überwindung des Schmerzes nach dem Verlust einer Tochter.

Eine Lektion beim Lesen

Inge Koch-Wittmann stellte schließlich, zum ersten, aber auch zum letzten Mal im Literarischen Quartett ein Buch vor, ein Roman, in dem „der Leser eine Lektion erteilt bekommt, wie sehr man sich in einem Menschen täuschen kann. Es ist die Geschichte zweier Brüder und ihrer Familien. Geschrieben hat den Roman der Niederländer Herman Koch. Sein Titel. „Angerichtet”.

Nicht immer einer Meinung

Im Ergebnis erhielten alle vier Bücher eine Leseempfehlung, wenngleich hinsichtlich Realitätsbezug und Schreibstil die Quartettteilnehmer durchaus nicht immer einer Meinung waren.

Danach war die Bühne angerichtet für die Verabschiedung von Moderatorin Inge Koch-Wittmann. Der dankende Beifall für sie war nicht endenwollend.
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