Das Land bittet den Kreis um 250 weitere Plätze

Letzte Aktualisierung:
11049804.jpg
Zur Wahrung der Privatsphäre: Deshalb ist nach Angaben des Kreises an der provisorischen Erstaufnahmeeinrichtung in den Turnhallen vom Berufskolleg in Erkelenz ein Sichtschutz angebracht worden. Foto: CUH

Kreis Heinsberg. „Aktuell liegt eine krisenhafte Zuspitzung der Anzahl neuankommender Flüchtlinge im Land Nordrhein-Westfalen vor.“ Dies hat die Bezirksregierung Köln am Dienstagnachmittag mitgeteilt und den Kreis Heinsberg gebeten, im Wege der Amtshilfe bis Freitag Platz für 250 weitere Flüchtlinge zu schaffen.

In der Nacht zum Mittwoch sind zudem drei Omnibusse mit weiteren Flüchtlingen in Erkelenz an der Westpromenade gekommen, sodass diese Erstaufnahmeeinrichtung in den Turnhallen vom Berufskolleg des Kreises, die nach Angaben der Kreisverwaltung nach wie vor nur als Übergangslösung gedacht ist, zurzeit mit 204 Flüchtlingen belegt ist, wie die Pressestelle des Kreises am Mittwochvormittag mitteilte.

Fast 750 Flüchtlingsplätze

„Zum Glück für den Kreis Heinsberg kann der Kreis Heinsberg voraussichtlich am Freitag die ersten Gebäude auf dem ehemaligen Militärgelände in Wegberg-Petersholz als bezugsfertig melden“, erklärte Kreis-Pressesprecher Ulrich Hollwitz. Dies würde bedeuten, dass dort bis zum Wochenende die ersten 100 Flüchtlinge Platz finden könnten. Im Laufe der kommenden Woche würden dann auch die restlichen in den letzten Wochen hergerichteten Gebäude komplett zur Verfügung stehen, sodass der Kreis Heinsberg dann vorübergehend mit Geilenkirchen-Nieder­heid (rund 210), Erkelenz (rund 210) und Wegberg-Petersholz (rund 330) fast 750 Flüchtlingsplätze vorhalten würde.

„Eine Erhöhung der Belegungskapazitäten in den bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen wird vom Deutschen Roten Kreuz, das den Betrieb sowohl in Niederheid wie in Erkelenz aufrechterhält, mit deutlich gemischten Gefühlen gesehen“, so Hollwitz weiter.

„Vorübergehende Notlösung“

Allerdings sei dem Kreis Heinsberg nach wie vor daran gelegen, so der Sprecher, die Nutzung der Turnhallen vom kreiseigenen Berufskolleg in Erkelenz als „vorübergehende Notlösung“ zu betrachten. Schuldezernent Philipp Schneider, der zugleich auch stellvertretender Leiter des Stabes zur Bewältigung der Flüchtlingsaufgaben ist, bekräftigte dies mit diesen Worten: „Die Turnhallen in Erkelenz können nicht dauerhaft zur Flüchtlingsunterbringung genutzt werden. An einer Schule mit über 2200 Schülern muss irgendwann auch wieder ein Angebot an Sportunterricht möglich sein. Ähnliches gilt für die Vereine, die die Hallen ansonsten nutzen.“

Keine Entspannung in Sicht

Auf der anderen Seite sei, wenn man den Ausführungen der Bezirksregierung Köln folge, keine Entspannung der Flüchtlingssituation in Sicht – „im Gegenteil“, so Pressesprecher Hollwitz. Der Kreis Heinsberg sehe dann auch bald eine Grenze der Belastung erreicht. Ludwig Schöpgens, der Leiter des Stabes zur Bewältigung der Flüchtlingsaufgaben, erklärte: „Die einzigen räumlichen Möglichkeiten, die wir noch haben, sind in Petersholz. Alle übrigen in Betracht gezogenen Räumlichkeiten haben sich als ungeeignet oder nicht realisierbar erwiesen.“ Eine Schaffung von immer mehr Erstaufnahmeplätzen in immer kürzerer Zeit, so die einhellige Meinung der für die Bewältigung von Flüchtlingsaufgaben im Kreis Verantwortlichen, werde so nicht gehen.

„Ressourcen nicht unendlich“

„Auch die personellen Ressourcen der Hilfsorganisationen sind im Übrigen nicht unendlich“, lautete ein weiterer Hinweis des Pressesprechers. Gleiches gelte für die Kreisverwaltung. Zehn Prozent der Bediensteten seien zurzeit neben ihrem normalen Dienst auch in Flüchtlingsaufgaben eingebunden. Nicht einfacher werde auch die Beschaffung: „Der Markt für vieles, was in Flüchtlingsunterkünften benötigt wird, vom Dixi-Klo bis zu Sitzgelegenheiten, ist entweder wie leer gefegt oder reguliert sich bei der zurzeit riesigen Nachfrage über steigende Preise.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert