Das Kreiswasserwerk Heinsberg hat ein Grund zum Feiern

Von: Sebastian Riechel
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Fördern und filtern: die Wassergewinnungsanlage des Kreiswasserwerks in der Nähe von Borschemich (neu). Foto: Stefan Klassen
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Bilanz und Ausblick beim Festakt zur 25-jährigen Kooperation: Auch Landrat Stephan Pusch überbrachte Glückwünsche. Foto: Sebastian Riechel
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Mit Trinkwasser aus der heimischen Wasserleitung wird am 28.07.2016 in Mülheim (Nordrhein-Westfalen) ein Wasserglas gefüllt. Der aktuelle Bericht von Stiftung Warentest belegt, dass unser Leitungswasser eine gute Qualität hat. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Kreis Heinsberg. 25 Jahre kooperativer Gewässerschutz im Kreis Heinsberg – das war für das Kreiswasserwerk Heinsberg ein Grund zum Feiern. In der Geschäftsstelle in Wegberg-Uevekoven begrüßte Michael Leonards, Geschäftsführer des Kreiswasserwerks, mehr als drei Dutzend Gäste.

Johannes Frizen, Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, war der Einladung ebenso gefolgt wie Landrat Stephan Pusch, Reiner Lutten, Ehrenpräsident des rheinischen Landwirtschaftsverbandes, Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft und Präsident des rheinischen Landwirtschaftsverbandes, sowie der Bürgermeister der Stadt Heinsberg, Wolfgang Dieder, der Waldfeuchter Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen Gangelts Erster Bürger Bernhard Tholen.

Frizen überbrachte im Namen der Landwirtschaftskammer Grüße und Glückwünsche und lobte die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft. „Die Anfänge waren nicht einfach, die Interessen sehr verschieden“, merkte Frizen an. Dennoch sei diese Kooperation eine gute Grundlage für kommende Probleme und Aufgaben, die es zu lösen gelte.

Sauberes Trinkwasser

Seit mehr als zwei Jahrzehnten kümmern sich das Kreiswasserwerk Heinsberg in den Städten Erkelenz, Wassenberg und Wegberg, die Stadtwerke Heinsberg, das Verbandswasserwerk Gangelt und das Gemeindewasserwerk Waldfeucht zusammen mit den Landwirten um sauberes und gesundes Trinkwasser. Der Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer, Theo Lemm, betreut insgesamt 375 Betriebe im gesamten Kreisgebiet.

Für Landrat Stephan Pusch war dieses Jubiläum ein Anlass zur Freude, aber auch ein Anlass zur Mahnung: „Alles im Leben ist Gift, wenn es im Übermaß verwendet wird. Es gibt schwarze Schafe, die rigoros bestraft werden müssen, aber im Moment wird die Landwirtschaft generell zu Unrecht verurteilt“, sagte Pusch. Damit sprach der Landrat das heikle Thema der Nitratbelastung des Grundwassers an, was Landwirte, Wasserwerke, aber auch viele Bürger beschäftigt. „Die Landwirte leben selber in unserer Region, da verunreinigen sie sich doch nicht selbst ihr Trinkwasser“, fügte er hinzu.

Die Nitratbelastung im Grundwasser griffen auch Reiner Lutten und Bernhard Conzen beim Festakt auf. Nitrat sei ein Feindbild geworden, die Messwerte seien keine realistische Werte mehr, sondern politische, sagte Lutten. Er lobte die völlig unübliche Gestaltung einer freiwilligen Zusammenarbeit, die viel mehr erreichen könne als ordnungspolitische Maßnahmen. Außerdem appellierte er daran, die Öffentlichkeit stärker in die Diskussion mit einzubinden, gerade weil es so ein komplexes und relevantes Thema sei.

Einheitliches Messsystem

Conzen sah das ähnlich. Für ihn hat die Diskussion über eine zu hohe Nitratbelastung im Grundwasser nichts mehr mit einer sachlichen und gut fundierten Debatte zu tun. „Wir Landwirte lernen dazu. Was wir in der Vergangenheit geschafft haben, möchten wir in der Zukunft bewahren“, merkte er an. Conzen will sich für ein einheitliches System der Nitratmessung einsetzen, das dann verlässliche Ergebnisse liefert.

Alle Gäste waren sich einig, dass diese Kooperation eine Erfolgsgeschichte sei, die es fortzuschreiben gilt. Leonards dankte allen Gästen, besonders den Landwirten, für die gute Zusammenarbeit und versprach, weiterhin für gesundes und sauberes Trinkwasser im Kreis zu sorgen.

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