Kreis Heinsberg - Das Kreismuseum wird Dependance der Nationalgalerie

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Das Kreismuseum wird Dependance der Nationalgalerie

Von: disch
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Aus dem Kreismuseum in Heinsbe
Aus dem Kreismuseum in Heinsberg wird das Begas-Haus: Das Torbogenhaus (links) wird saniert. Und das Museum wird um Räume im benachbarten Haus Lennartz (rechts) erweitert. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Das frühere Kreismuseum Heinsberg, das künftig den Namen Begas-Haus - Museum für Kunst- und Regionalgeschichte Heinsberg - tragen soll, wird zwar voraussichtlich erst Anfang des Jahres 2013 wiedereröffnet.

Doch bereits jetzt ist absehbar, dass der eingeschlagene Weg, den Schwerpunkt zur Gemäldesammlung der Künstlerfamilie Begas noch weiter auszubauen, von Erfolg gekrönt sein dürfte. Wie Dr. Rita Müllejans-Dickmann, die Geschäftsführerin des von Kreis und Stadt gegründeten neuen Trägervereins Museum Heinsberg, in der Sitzung des Kreis-Ausschusses für Kultur, Partnerschaft und Tourismus berichtete, seien derzeit die Entwicklungen, was die Leihanfragen an verschiedene deutsche Museen angeht, „sehr positiv”.

Föderative Kooperation

Weit über 300 Werke der Künstlerfamilie Begas, deren Stammvater der 1794 in Heinsberg geborene preußische Hofmaler Carl Joseph Begas der Ältere, eine der prägenden Künstlerpersönlichkeiten Deutschlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ist, befinden sich ohnehin im Heinsberger Bestand. Mit den weiteren Werken soll es möglich werden, Gesamtzusammenhänge komplex darzustellen. Insbesondere die Alte Nationalgalerie Berlin wird nach Müllejans-Dickmanns Angaben die Museumspräsentation in Heinsberg mit fast 20 Dauerleihgaben unterstützen. Dies werde durch eine zugesagte „föderative Kooperation” untermauert. So werde das Heinsberger Museum für die Dauer der Kooperation (sie ist, wie zu erfahren war, zunächst einmal auf fünf Jahre angelegt) als anerkannte Dependance der Alten Nationalgalerie Berlin firmieren. Diese Nachricht wurde vom Kulturausschuss, der unter Vorsitz von Erwin Dahlmanns diesmal im Besucherbergwerk an Schacht 3 in Hückelhoven tagte, mit Applaus aufgenommen.

Zu den Dauerleihgaben der Alten Nationalgalerie sollen ? wie Müllejans-Dickmann auf Anfrage erläuterte - Gemälde von Carl-Joseph Begas dem Älteren sowie von Oskar Begas gehören, aber auch Skulpturen von Reinhold Begas und Carl Begas dem Jüngeren. Auch von der Stiftung Stadtmuseum Berlin, der Universität der Künste Berlin und dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt lägen bereits Zusagen vor.

Derzeit ist das Heinsberger Museum eine Baustelle. Im Sommer 2010 war das Torbogenhaus geräumt worden. Die Exponate wurden eingelagert. Das Torbogenhaus muss saniert werden. Und zudem ist eine Erweiterung möglich geworden, nachdem die Stadt das Haus Lennartz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Torbogenhaus gekauft hatte. Zu Jahresbeginn wurde der neue Trägerverein aus der Taufe gehoben.

Wie Müllejans-Dickmann weiter berichtete, habe der Vorstand des derzeit 14 Mitglieder zählenden Vereins beschlossen, mit der Bekanntmachung des neuen Museumskonzepts neue Mitglieder durch gezielte Ansprachen anzuwerben. Wie der vollständige neue Name schon verdeutlicht, soll das Museum nicht allein auf die Begas-Präsentation beschränkt werden. Diese soll dem Museum zwar ein überregional einzigartiges Profil verleihen (immerhin verfügt das Heinsberger Museum über die größte Sammlung mit Werken von Carl Joseph Begas dem Älteren in ganz Deutschland). Aber auch die Regionalgeschichte soll angemessen und zeitgemäß präsentiert werden.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Die in den Betriebskostenkalkulationen vorgesehene, jedoch zuletzt noch vakante Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (mit einem Beschäftigungsumfang von 50 Prozent) ist seit Februar mit dem Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Cortjaens besetzt, teilte die Geschäftsführerin mit.

Die von der Stadt geplanten Baumaßnahmen am Haus Lennartz seien fortgeführt worden, lediglich die Planung für die technischen Einrichtungen und den Innenausbau seien zurückgestellt worden, um diese mit den Planungen für das Torbogenhaus zu koordinieren, so Müllejans-Dickmann. Die Ausschreibungen für die Baugewerke des Torbogenhauses sollen unmittelbar nach Fertigstellung des sogenannten Masterplans erfolgen. Dieses Raumnutzungskonzept soll als Planungsgrundlage für den gesamten Gebäudekomplex dienen. Mit der Erstellung des Plans wurde - unter maßgeblicher Beteiligung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) - eine Wuppertaler Agentur beauftragt. „Durch die verspätete Haushaltsfreigabe des LVR für das Haushaltsjahr 2010 im Dezember 2010 konnte mit der Maßnahme jedoch leider erst im Januar begonnen werden”, sagte Müllejans-Dickmann. „Die Fertigstellung des Masterplans sei für Mitte Juli terminiert. Er werde dann auch öffentlich präsentiert.

Die ursprünglich gehegte Hoffnung, noch im Laufe des Jahres 2012 die Türen des Museums für die Öffentlichkeit öffnen zu können, sind jedenfalls ad acta gelegt. Anfang 2013 ist das neue erklärte Ziel.

Einstimmig für Zuschüsse votiert

Dem Volksmusikerbund als Träger der Jungbläserschule wird ein Zuschussbetrag in Höhe von 15 Euro pro Schüler zur Verfügung gestellt; begrenzt auf maximal 2800 Euro pro Jahr. Dies entspricht bei aktuell 130 Kindern und Jugendlichen, die in der Jungbläserschule ausgebildet werden, einem Zuschuss von 1950 Euro. Dies beschloss der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus einstimmig.

Für die Gerhard-Tholen-Stube in der Gemeinde Waldfeucht wird - so beschloss der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus einstimmig - für 2011 ein Betriebskostenzuschuss in Höhe von 500 Euro gewährt. Nach einer Erweiterung der Öffnungszeiten war erneut eine museumsfachliche Bewertung der Gerhard-Tholen-Stube vorgenommen worden. Zunächst war für 2011 kein Zuschuss vorgesehen.
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