Das Jobcenter will seine Strukturen verschlanken

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Das Jobcenter Kreis Heinsberg, das Anlauf- und Betreuungsstelle für alle Menschen ist, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld zur Grundsicherung des Lebensunterhalts erhalten, wird voraussichtlich im Laufe der Jahre 2013 / 2014 eine neue Struktur erhalten.

Künftig soll es eine Konzentration auf vier Standorte geben: in Heinsberg, Erkelenz, Geilenkirchen und Hückelhoven.

Derzeit ist das Jobcenter noch in nahezu allen Kommunen des Kreisgebietes vertreten (für die drei West-Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht gibt es einen gemeinsamen Standort in Bocket). Was nun als Umstrukturierung geplant ist und auf den ersten Blick also wie ein Rückzug aus der Fläche aussieht, soll laut Jobcenter-Geschäftsführer Helmut Nobis zu verbesserten Verwaltungsabläufen führen. „Die Kunden werden auf jeden Fall davon profitieren”, so Nobis.

Noch sei das Jobcenter weit weg von einer optimalen Organisation. Für die Antragstellung sind momentan drei Standorte in Heinsberg, Erkelenz und Geilenkirchen zuständig. Sie sind in Gebäuden zu finden, in denen auch die Agentur für Arbeit zu finden ist. Dort sind vom Jobcenter die Teams für Markt und Integration angesiedelt. Die weitere Betreuung der Kunden erfolgt dann in acht Nebenstellen (mit den Teams für Leistung und Fallmanagement) in Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg, Hückelhoven, Übach-Palenberg, Wassenberg, Wegberg und Waldfeucht-Bocket.

Doch die „schwer zu steuernde” Arbeit mit solchen Kleinsteinheiten habe sich nicht als effektiv erwiesen, sagte Nobis. So würden Personalausfälle vor Ort zu längeren Bearbeitungszeiten führen. Eine Spezialisierung der Mitarbeiter sei kaum möglich. Nobis verwies zudem auf Reibungsverluste und überflüssige Schnittstellen. Und um „marktnahe” Kunden (mit der Aussicht, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden) oder Kunden, die an Maßnahmen zur Heranführung an den Arbeitsmarkt teilnehmen, würden sich ohnehin wiederum die drei Teams in Heinsberg, Erkelenz oder Geilenkirchen kümmern müssen, während für ihre Leistungen eine der Nebenstellen zuständig sei.

Eine zwar bürgernah erscheinende, doch zugleich auch komplizierte Struktur also, die bald ein Ende haben wird. Zukünftig soll der Kunde an einem der vier Standorte in Heinsberg (zuständig auch für Gangelt, Selfkant und Waldfeucht), Erkelenz (zuständig auch für Wegberg), Geilenkirchen (zuständig auch für Übach-Palenberg) oder Hückelhoven (zuständig auch für Wassenberg) „umfassend betreut” werden.

Während für Geilenkirchen und Hückelhoven die bisherigen Standorte an der Herzog-Wilhelm-Straße beziehungsweise an der Ludovici­straße mit Erweiterungen ins Auge gefasst werden, sind für Heinsberg und Erkelenz Ausschreibungen mit Blick auf die zehnjährigen Anmietungsvorhaben erforderlich. Die Umstrukturierung dürfte nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach erfolgen.

Nobis räumte ein, dass manche Kunden künftig mehr Kilometer zurücklegen müssen als bisher. Bei der Auswahl der neuen Standorte würden insbesondere die verkehrsgünstige Lage und die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr eine Rolle spielen.

Der Geschäftsführer vom Jobcenter zeigte sich aber davon überzeugt, dass die Betreuung der Kunden insgesamt „runder” werde. So könnten schon bei der qualifizierten Antragstellung künftig die richtigen Weichen gestellt werden. „Die Strukturen sollen verschlankt und verbessert werden, um für die Kunden die Abläufe letztlich zu einem besseren Ende zu führen.” Deshalb sei die Entscheidung in der Trägerversammlung von Kreis und Arbeitsagentur auch einstimmig gefallen. Eine mögliche Kostenersparnis habe bei den Überlegungen nicht im Vordergrund gestanden, so Nobis, auch wenn Synergieeffekte zu Einsparungen führen dürften.
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