Das Handwerk baut auf die Willkommenskultur

Von: anna
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Freude über diamantene Meisterbriefe herrschte bei der traditionellen Feier der alten Meister, zu der die Kreishandwerkerschaft Heinsberg in die Oberbrucher Festhalle eingeladen hatte. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Die Ehrung der Meister aller Innungen mit goldenem oder gar diamantenem Jubiläum stand auch in diesem Jahr im Mittelpunkt der traditionellen Feier der alten Meister. Dazu begrüßte Kreishandwerksmeister Edwin Mönius ein großes Publikum in der voll besetzten Oberbrucher Festhalle.

Neben den Bundes-, Landes-, und Kommunalpolitikern konnte er zudem Felix Kendziora, den ­Vizepräsidenten der Handwerkskammer Aachen, willkommen heißen.

In seiner Rede griff Mönius die aktuelle Flüchtlingsproblematik auf. „Unsere Welt ist aus den Fugen geraten“, zitierte er Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. „Es gibt weltweit so viele Flüchtlinge wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“, fügte er selbst hinzu. Viele von ihnen würden auch in der Region Heinsberg Zuflucht finden. Noch ungewiss sei, ob sie hier auch ein dauerhaftes Zuhause und eine berufliche Perspektive finden würden. „An dieser Stelle sind auch wir gefragt, liebe Unternehmerinnen und Unternehmer“, formulierte der Kreishandwerksmeister einen deutlichen Appell.

Derzeit spalte der Flüchtlingsstrom die Gesellschaft mit Angst und Überforderung auf der einen sowie beeindruckenden Gesten des Mitgefühls auf der anderen Seite. „Beides ist zulässig. Was aber nicht zulässig ist, ist Gewalt.“ Der gute Demokrat setze im Disput seinen Verstand, seine Eloquenz und seine Emotionalität ein, aber niemals seine Faust. Nicht gleichgültig lassen dürfe die Politiker, dass ein Großteil der Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern stamme. „Das Recht auf Asyl wird auch dadurch bewahrt, dass man es den Nicht-Bedürftigen verweigert. Härte und Humanität müssen sich nicht ausschließen“, so Mönius.

Appell an die Kollegen

Ehrbare Handwerker würden für Freiheit, soziale Sicherheit und Menschenwürde eintreten, fuhr der Kreishandwerksmeister fort. Sein Blick gehe da zu den jungen Flüchtlingen, die auch in der Region Heinsberg angekommen seien. „Wir suchen derzeit nach Möglichkeiten, ihnen einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz anzubieten.“ Schon jetzt hätten sich 60 Betriebe aus dem Kreis Heinsberg gemeldet, die bereit seien, Flüchtlingen zu helfen und ihnen einen Einblick in ihr Handwerk zu geben. „Lassen Sie uns gemeinsam eine Willkommenskultur in der Region schaffen“, lautete ein zweiter Appell von Mönius an seine Kollegen.

Dank sprach er allen Bürgermeistern stellvertretend für alle hauptamtlich mit der Flüchtlingsarbeit befassten Mitarbeiter aus, gleichfalls aber auch allen ehrenamtlich tätigen Helfern und ­Hilfsorganisationen. Namentlich nannte er die Helfer vom Deutschen Roten Kreuz, die bei der Feier zugegen waren. Zweimal gab es da einen großen „Motivations­applaus“, wie ihn Mönius nannte.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte bei dieser Feier ein Trio mit Biem van Hoften (Klavier), Johanna Peiler (Cello) und Tamara Peters (Gesang).

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