Das Gnadenbild trägt diesmal keinen Schleier

Von: kkli
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Eine verjüngte Gruppe von Offizieren der Marianischen Schützenbruderschaft Ophoven trug das nicht mehr „verhüllte, sondern in seiner ganzen Klarheit strahlende Gnadenbild aus dem 14. Jahrhundert zusammen mit vielen Gläubigen durch den Wallfahrtsort. Foto: Brehl

Wassenberg-Ophoven. Nach kräftigen Turbulenzen spielte das Spätsommerwetter bestens mit beim Abschluss der Marienoktav im Wallfahrtsort Ophoven. Schon zur abendlichen Lichterprozession kamen viele Gläubige aus dem Pfarrverband St. Marien Wassenberg. Die Marientracht am Sonntagnachmittag war die am besten besuchte seit Jahren.

Eine verjüngte Offiziersgilde der Marianischen Schützenbruderschaft Ophoven trug das Gnadenbild der lieblichen Mutter von Ophoven auf den Schultern im gemächlichen Prozessionsschritt durch die Straßen des Ortes, gefolgt von vielen Gläubigen aus der ganzen Umgebung.

Das Gnadenbild zeigte sich gegenüber früheren Jahren verändert: Es trug keinen Schleier und keine schützende Kunststoffhülle, die es vor etwaigem Regen bewahrte. Trotzdem war es standfest gesichert. Bei dieser Wetterlage ging die Pfarre kein Risiko ein.

Der Eindruck eines „schönen, typisch niederländischen Frauenantlitzes”, den ihm der Künstler des 14. Jahrhunderts mitgegeben hat, war so viel unmittelbarer.

Beim anschließenden Gottesdienst im uralten Pfarrgarten stand dann die Madonna auf ihrem angestammten Freiluft-Platz mitten unter den Gläubigen und war damit Ausdruck einer Glaubensgemeinschaft auch in unserer Zeit.

Davon war auch die Rede in der Predigt des Tages: Der in Straelen am Niederrhein beheimatete Dr. Elmar Nass fand den richtigen „Draht” zu den Gläubigen in der Ruraue. Zusammen mit Pfarrer Thomas Wieners und Propst i.R. Hugo Nießen feierte er die heilige Messe. Auf einen guten gemeinsamen Bekannten konnte sich Dr. Nass auch beziehen: Auf Propst Arthur Füßer, der nach seinen Jahren in Wassenberg bis Mitte der 70er Jahre nach Krefeld-Forst als Subsidiar gegangen war und dort noch eine ganze Weile durch seine beeindruckenden Predigten manchen Christen zur Vertiefung oder sogar Erneuerung seines Glaubens bewegt hatte.

Elmar Nass hatte sich die Mühe gemacht, mit etwa 30 Jugendlichen zu diskutieren unter der Fragestellung: „Was haltet Ihr denn noch vom Glauben? Kann man überhaupt noch glauben?” Die Antworten waren unterschiedlich. Dr. Nass gab eine Hilfestellung im Gespräch wie in der Ophovener Predigt: Da gebe es manche überzeugende Beispiele von außergewöhnlichen Menschen wie Benedikt, Franziskus oder auch Mutter Theresa, die es sich auch nicht leicht gemacht hätten mit ihrem Glauben: Sie glaubten aus Überzeugung und im starken Vertrauen auf die Mutter Jesu. Glauben und Vertrauen - das gehöre zusammen.

Vertrauen finden

Vertrauen finde auch der Zweifelnde an solchen Orten wie der Marienwallfahrtsstätte Ophoven. Deshalb sei die Marientracht so wichtig. Die vereint singenden Kirchenchöre der Pfarre St. Marien trugen zur Gestaltung der Messfeier bei. Auch der Musikverein Eintracht Birgelen war wieder zur Stelle - bei der Prozession und beim Gottesdienst.

Er spielte nicht nur schön. Er überzeugte durch seinen Auftritt davon, dass die Wallfahrt in Ophoven nicht am Ende ist, sondern weiter Bestandteil des Glaubenslebens an der unteren Rur bleibt.

Bleekfest der Trommler „besser verschieben”

Nicht ganz so schön war allerdings der Eindruck, den das Bleekfest der Ophovener Trommler und Pfeifer, das gleich neben der Kirche stattfand, bei manchen Besuchern hinterlassen hat.

„Das hätte man ja auch eine Woche später veranstalten können”, meinten einige Besucher, die es sowieso grundsätzlich nicht gut fanden, so viele Feste auf einmal zu veranstalten.

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