Das ewige Licht in St. Gangolfus geht nicht aus

Von: anna
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Küster Johann von Krüchten e
Küster Johann von Krüchten erläuterte den Besuchern der Ausstellung des Kirchenschatzes in der Krypta von
St. Gangolf unter anderem die Funktion des sogenannten Digitus. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Über einen guten Zuspruch zu allen großen Veranstaltungen während der Festwoche anlässlich der 750-Jahr-Feier der Altarweihe in der Heinsberger Pfarrkirche St. Gangolf, noch besser bekannt als Selfkantdom, freut sich Propst Markus Bruns.

„Historisches zum Jubiläum in Konzert und Vortrag” stand auf dem Programm. Im gesprochenen und gesungenen Wort wurden die Besucher dabei durch die Geschichte des Gotteshauses getragen: gesprochen vom ehemaligen Propst Albert Honings und seinem aktuellen Nachfolger Markus Bruns, gesungen vom Jungen Chor St. Gangolf unter der Leitung von Regionalkantor Winfried Kleinen und an der Orgel begleitet von Ulrich Peters.

Gregorianischer Choral

Das Besondere an der Kombination: Der Chor begleitete den Wortvortag mit Gesängen aus den jeweils beschriebenen Jahrhunderten. Er brachte einen gregorianischen Choral zu Gehör, Chorgesang aus dem Italien des 15. Jahrhunderts oder aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts. Besonders beeindruckte dabei die Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst”, die Rudolf Mauersberger unten den Eindrücken der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg komponiert hatte. Der Chor begleitete damit die Beschreibung der Zerstörung des Heinsberger Gotteshauses am 16. November 1944. Bruns vertiefte diese noch durch einen Text des ehemaligen Propstes Wilhelm Willms. Er las von einem „Großangriff auf die Menschlichkeit”, von „Massenmord hier vor Ort”.

Kaseln, Kelche, Kerzenständer

Am Samstag freute sich Küster Johann von Krüchten über eine große Zahl von Besuchern in seiner eindrucksvollen Ausstellung des Kirchenschatzes in der Krypta von St. Gangolf.

Neben Kaseln, Kelchen und Kerzenständern, Monstranzen und Weihrauchfässern beeindruckten dabei vor allem die Reliquiare auf dem Altar der Krypta. Das älteste, ein Knochen des heiligen Gangolfus, datiert um 1400. Beeindruckend war das Reliquiar mit drei Zähnen vom heiligen Andreas, der heiligen Apollonia und der heiligen Ursula. Eine Besucherin habe ihm von früheren Messen am Namenstag der heiligen Apollonia erzählt, an dem das Reliquiar den Gottesdienstbesuchern zum Schutz vor Zahnschmerzen an die Wange gehalten worden sei, berichtete von Krüchten.

Überrascht waren viele Besucher darüber hinaus, Reliquien in Form eines Knochens der heiligen Anna, des Kreuzes, der Dornenkrone und von der Bekleidung des heiligen Franziskus zu sehen. Auch der Küster selbst wusste den Gästen der Ausstellung einiges zu berichten, etwa über den sogenannten Digitus, einem Silberstab mit einer kleinen goldenen Hand obendran. Diesen nutzte in früheren Zeiten der Helfer des Zelebranten, um ihm die vorzulesenden Textstellen anzuzeigen.

Silberner Trinkbecher

Auch die Taufkanne von 1857 hat ihre ganz besondere Geschichte. Ursprünglich war sie in Form eines silbernen Trinkbechers ein Geschenk an den am 25. Mai 1857 eingeführten Heinsberger Bürgermeister Hermann Joseph Weber. Die Festmesse zum Kirchweihfest am Sonntag gestalteten der Kirchchor St. Gangolf und der Pfarr-Cäcilienchor Kirchhoven unter der Leitung von Regionalkantor Winfried Kleinen als Turmbläsermesse.

„Das Erleben dieser Festwoche hat mir die Zuversicht gegeben, dass das ewige Licht in St. Gangolf nicht ausgeht”, zog Propst Bruns an deren Ende ein eindrucksvolles Resümee. Ganz besonders dankte er seinem Vorgänger und Konzelebranten Albert Honings, der dem Gotteshaus in den 23 Jahren seines Wirkens seine aktuelle Gestalt gegeben habe.

St. Gangolf im Zeichen der Ökumene

Am Dienstag, 2. Oktober, dem Tag der Altarweihe im Jahre 1262, steht St. Gangolf um 19.30 Uhr im Zeichen der Ökumene.

Predigen wirdder evangelische Pfarrer Sebastian Walde. Den Gottesdienst gestaltet musikalisch der Wilhelm-Willms-Projektchor unter der Leitung von Kantor Willi Kann. Mit einem Sektempfang klingt der Jubiläumstag aus.
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