Das Duo Brillaner beweist eindrucksvoll seine Brillanz

Von: ulla
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Kreis Heinsberg. Wieder einmal ist es der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg gelungen, ihren Meisterkonzerten in Erkelenz ein weiteres Juwel hinzuzufügen.

Shirley Brill (Klarinette) und Jonathan Aner (Klavier) als Duo Brillaner rückten mit der Kombination aus ihren Namen durchaus in die Gedankenverbindung zur Brillanz, was dann in ihrem hinreißenden Konzert in der Stadthalle auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde.

1999 gründeten die beiden israelischen Musiker, Gewinner vieler Wettbewerbe und Auszeichnungen, ihr Duo, das inzwischen mit zahlreichen internationalen Preisen bedacht wurde und sozusagen den musikalischen Ritterschlag 2008 durch einen Auftritt in der Carnegie Hall in New York erhielt.

Die beiden sind nicht nur beim Musizieren ein Paar, sondern auch „im wirklichen Leben”. Und was sie beim Konzertieren besonders auszeichnet, ist nicht nur die Virtuosität, mit der sie jeweils ihr Instrument beherrschen, sondern auch die anscheinend vollkommene Harmonie beim Zusammenspiel, die jedem genug Freiraum lässt zur Entfaltung seiner Fähigkeiten und Interpretationskünste und dabei doch das gemeinsame Ziel nie aus den Augen (wohl besser aus den Händen) verliert.

Das fünfte Meisterkonzert der Saison erhielt seinen besonderen Reiz nicht nur durch die beiden außergewöhnlichen Musiker, sondern auch dadurch, dass eher unbekannte Stücke von eher unbekannten Komponisten zu hören waren.

So erklangen vor der Pause die Sonate B-Dur op. 29 von Johann W. Wilms (1772-1847), die in ihrer frühlingshaften Leichtigkeit an Mozart erinnerte, Tema variatio Barcarola von Ferruccio Busoni (1866-1924) mit ihrem impressionistisch anmutenden volksliedhaften Stil und schließlich Duo Es-Dur op. 15 von Norbert Burgmüller (1810-1856), ein Standardwerk für Klarinettisten des tragisch in Aachen geendeten Komponisten.

Übrigens ließ Jonathan Auer in seiner Moderation das Publikum wissen, dass die B-Dur-Sonate ursprünglich für Geige und Klavier komponiert worden sei und dass die Präsentation für Klarinette und Klavier eine Welturaufführung sei.

Zu den beiden Stücken nach der Pause Ñ Drei Romanzen op. 94 von Robert Schumann (1810-1897) und Sonate Es-Dur op. 120,2 von Johannes Brahms (1833-1897) meinte Auer, darüber könne man stundenlang reden, „wir wollen aber die Musik sprechen lassen”.

Und das taten die beiden dann auf eine Weise, welche die Zuhörer wie gebannt zuhören ließ. Glaubte man bei Schumann die blaue Blume der Romantik mit ihrer versonnenen Melancholie zu ahnen, so sorgten bei Brahms der Wechsel von Dur und Moll, das Aufeinanderprallen von Harmonik und Dramatik für hinreißenden Schwung.

Dass die beiden nach viel Beifall und Blumen nicht ohne zwei Zugaben die Bühne verlassen konnten, verstand sich fast von selbst. Und vielleicht war es neben Virtuosität, gepaart mit Innigkeit, die sympathische menschliche Ausstrahlung vom Duo Brillaner, die den Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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