Dank der Folie sehen und gesehen werden

Von: defi
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Bald sollen die landwirtschaftlichen Fahrzeuge im Kreisgebiet bei Dunkelheit so hell leuchten, wie die Uniform von Hauptkommissar Michael Okuhn (r.). Von der Wirksamkeit der Reflektionsfolie überzeugten sich (v.l.) Friedel Wilms, Bernhard Conzen und Landrat Stephan Pusch. Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Sehen und gesehen werden ist alles”, sagt Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, und er meint damit die Sicherheit landwirtschaftlicher Fahrzeuge im Straßenverkehr.

Viel mehr Reaktionszeit als die gefürchtete Schrecksekunde bleibt einem Autofahrer nicht, wenn er im Dunkeln ein landwirtschaftliches Gespann die Straße queren sieht. Von der Seite sind die Anhänger hinter einem Traktor oft zu spät zu erkennen.

Mehr Licht in die Dunkelheit

Dies soll nun auf dem Straßen im Kreis Heinsberg anders werden. In einer konzertierten Aktion haben sich der Kreis Heinsberg, die Kreispolizeibehörde und die Kreisbauernschaft zusammen getan, um mehr Licht in die Dunkelheit zu bringen. 100 Rollen Reflektionsfolie wurden angeschafft, die nun von Landwirten über das Büro der Kreisbauernschaft in Heinsberg erworben werden können. 50 Meter selbstklebende Reflektionsfolie sind auf einer Rolle. Die Rolle für 60 Euro reicht für die Markierung von zwei Anhängern. Seitenteile aber auch die Rückseite des landwirtschaftlichen Fahrzeugs können mit diesen Streifen beklebt werden.

Studien deutscher Hochschulen belegen, dass durch das Anbringen des Reflektionsmaterials die Zahl der Unfälle, an denen landwirtschaftliche Fahrzeuge beteiligt sind, gesenkt werden können.

Hauptkommissar Michael Okuhn von der Kreispolizeibehörde machte bei der Vorstellung der mikroprismatischen Folie auf dem Hof von Bernhard Conzen in Gangelt deutlich: „Jeder Unfall, den wir so verhindern können, ist ein Gewinn.” Eine Statistik der Kreispolizei, über einen Fünfjahreszeitraum erstellt, ergab pro Jahr 30 bis 50 Unfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf den Straßen im Kreis Heinsberg.

„Davon waren fünf bis zehn dieser Unfälle Schwerstunfälle mit verletzten Personen”, so Okuhn.

Straßenverkehrsamt initiativ

Die Initiative zu dieser konzertierten Aktion ging vom Leiter des Straßenverkehrsamtes des Kreises Heinsberg, Friedel Wilms, aus. Landrat Stephan Pusch befürwortete die Initiative sofort: „Wir haben ein Sicherheitsproblem erkannt.” Mit der Aktion „Reflektionsfolie” übernimmt der Kreis Heinsberg eine Vorreiterrolle.

Da die Erkennbarkeit von landwirtschaftlichen Zügen keine Heinsberger Problematik ist, wird die Aktion über das Netzwerk „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland” sowie über Veröffentlichungen in Fachzeitschriften sicherlich landesweite Beachtung finden. Hergestellt wird das selbstklebende Reflektionsmaterial von einer Firma, die acht Jahre Garantie auf die Reflektionskraft der Folie gibt.

Der Anschaffungspreis für die Landwirte von 1,20 Euro pro Meter wird durch einen Anschaffungszuschuss von Kreis und Landwirtschaft möglich. Zudem konnten mit dem Kreiswasserwerk und der west Energie und Verkehr zusätzliche Sponsoren gewonnen werden. Der übliche Handelspreis für diese Folie liegt immerhin bei etwa sechs Euro pro Meter.

Bernhard Conzen wies darauf hin, dass ab 1. Juli 2011 Reflektorstreifen bei Neufahrzeugen Pflicht werden. Der Gesetzgeber denke aber schon darüber nach, zwei Jahre später Reflektionsfolien auch für Altfahrzeuge vorzuschreiben.
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