Damit die Erinnerungen wach bleiben

Von: Helmut Wichlatz
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Für ihre Verdienste um das De
Für ihre Verdienste um das Denkmal Schacht 3 wurden diese Frauen und Männer mit dem Gläsernen Schacht ausgezeichnet. Foto: Norbert Koenigs

Hückelhoven. Wenn man wochentags am Schacht 3 vorbeischaut, möchte man kaum glauben, dass die Bergbauzeiten Hückelhovens schon vor 14 Jahren ein Ende fanden. Die Mitglieder des Fördervereins Schacht 3 sorgen mit großem handwerklichen Geschick für den Erhalt ihres Maschinenhauses und des Barbarastollens.

Jede Woche ist eine Gruppe im Einsatz, um an den Bergbau in Hückelhoven zu erinnern.

Nicht nur für Hückelhovener

Seit zwei Jahren verleiht der Förderverein auch den „Gläsernen Schacht” - eine Anerkennung nicht nur für Personen aus Hückelhoven, die sich für den Erhalt des Schacht 3 verdient gemacht haben. In diesem Jahr präsentierte der Vorsitzende Franz-Josef Sonnen ein Großaufgebot an verdienten Mitarbeitern. 19 ehemalige Bergleute und Angehörige aus Bergmannsfamilien wurden an diesem Wochenende im Rahmen einer Feierstunde im Barbarastollen für ihr Engagement geehrt.

Der Laudator und ehemalige Arbeitsdirektor der Sophia-Jacoba, Heinz Preuß, ist selbst Preisträger. Er hatte den „Gläsernen Schacht” im vorigen Jahr gemeinsam mit anderen Hückelhovenern, darunter auch Ex-Bürgermeister Johannes Bürger, verliehen bekommen. Ein weiterer Preisträger ist der ehemalige NRW-Minister für Bauen und Verkehr, Lutz Lienenkämper.

In diesem Jahr bedachte der Förderverein Schacht 3 die eigenen Aktiven, die durch ihre ehrenamtliche Arbeit in vielen Bereichen zum Erhalt des Industriedenkmals beigetragen haben. Seit der Schließung der Hückelhovener Zeche habe die Rentnerbrigade 758 Wochen zumeist donnerstags gearbeitet. Mindestens zehn Jahre waren die Geehrten dabei, viele jedoch auch seit der ersten Stunde gleich nach der Zechenschließung, wie der Vorsitzende Franz-Josef Sonnen erzählte.

Heinz Preuß erinnerte an die großen Zeiten des Bergbaus in Deutschland. In den 50er Jahren gab es knapp 160 Bergwerke in Deutschland, der Bergbau bot Hunderttausenden Arbeit. Zu Spitzenzeiten beschäftigte die Zeche Sophia-Jacoba rund 5400 Menschen. Bei der Schließung im Jahre 1997 waren es noch knapp 2200.

Kreativer Widerstand

Preuß bescheinigte den Bergleuten schon damals beim Widerstand gegen die Schließungspläne viel Kreativität. Er erinnerte an die Demonstration im Aachener Dom, einen Sitzstreik unter Tage und den Autocorso durch das Kreisgebiet. Trotzdem schlug am 27. März 1997 die letzte Stunde des Bergwerks. Auf die Frage des damaligen Betriebsratsvorsitzenden Sonnen, was auf die schönen Worte folge, gaben er und seine Kollegen selbst die Antwort und schufen das Denkmal Schacht 3 und den Barbarastollen, die jährlich viele Besucher anziehen. „Die Erinnerung lebt weiter”, so Preuß.

Die ehemaligen Kumpel und ihre Angehörigen hätten nicht die Hände in den Schoß sondern Hand angelegt, damit aus der Idee Wirklichkeit werden konnte. Die 19 Geehrten standen somit stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer auf der kleinen Bühne im Barbarastollen und bekamen neben einer Urkunde auch den „Gläsernen Schacht” überreicht. Viele der Geehrten sind seit der ersten Stundevon Schacht 3 dabei

Für mindestens zehnjährigen Einsatz am Schacht 3 wurden Gerd Apmann, Heidi und Rainer Appelt, Heinz Großert, Ludwig Gurniak, Franz-Josef Lowis, Detlef Müller, Leo Plänker, Reinhard Prüfer, Andreas und Jochen Rother, Adolf Rudolf, Detlef Stab, Gerda Stell, Peter te Marfelde, Josef Theißen, Martin von der Crabben und Franz-Josef Sonnen mit dem Gläsernen Schacht ausgezeichnet.

Viele der Geehrten sind seit der ersten Stunde dabei. Franz-Josef Sonnen begann seine erste Schicht für den Schacht 3 im April 1997. Kurz zuvor, am 27. März 1997, wurde der letzte Wagen mit Hückelhovener Kohle gefördert, bevor der Betrieb auf Sophia-Jacoba aufgegeben wurde.

Der Barbarastollen, der Förderturm des Schacht 3 und die vielen Veranstaltungen vor Ort locken heute jedes Jahr Tausende Besucher an. Die Trödelmärkte auf dem Schachtgelände haben mittlerweile überregionale Bedeutung.
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