Crash-Kurs NRW am Berufskolleg Wirtschaft

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Am Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen wurde das Konzept Crash-Kurs NRW umgesetzt: Das Bild zeigt die Klasse der Verkaufshelferinnen und Verkaufshelfer mit den Polizeibeamten Frank Meuffels, Peter Hissel und Michael Okuhn, Mutter Martina Wilmes und Klassenlehrer Stephan Betz. Foto: Heiner J. Coenen

Kreis Heinsberg. Mit das Fürchterlichste, das eine Familie treffen kann, ist der Verlust von jungen Familienmitgliedern als Verkehrsunfallopfer. Eine ganz bittere Wahrheit dabei ist, dass diese Horrorsituation ganz oft vermeidbar gewesen wäre, wenn sich die überwiegend jugendlichen Opfer an Binsenweisheiten wie „Einhalten der Straßenverkehrsordnung” und absolutes Nein zu Drogen und Alkohol für die Fahrerinnen und Fahrer gehalten hätten.

Eigentlich fast „langweilige” Tatsachen, wären da nicht vor allem Wochenende für Wochenende die gleichen grausigen Szenen mit jungen, tödlich verunglückten oder schwerstverletzten Unfallopfern.

Jahrelange Appelle „mit erhobenem Zeigefinger” haben nicht wirklich weiter geführt, und deshalb setzen Polizisten, Rettungssanitäter, Notärzte, Notfallseelsorger und Angehörige von Unfallopfern mit Crash-Kurs NRW auf ein ganz anderes Herangehen an das Thema: Über Emotionen, über Gefühle soll der Verstand der 16- bis 22-jährigen Schülerinnen und Schüler angesprochen werden. Ganz ausgezeichnet umgesetzt wurde das in der Klasse der Verkaufshelferinnen und Verkaufshelfer (VH101) am Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen.

Klassenlehrer Stephan Betz war hochzufrieden darüber, wie gleich drei bestens vorbereitete Polizisten der Kreispolizeibehörde Heinsberg, Peter Hissel, Frank Meuffels und Michael Okuhn, das über Leben und Tod entscheidende Thema kommunizierten. Sie wählten einen sehr emotionalen Zugang zum Sachverhalt: Es wurden zahlreiche, für sich selbst sprechende Fotos von Unfällen gezeigt. Und der Polizeibeamte Frank Meuffels schilderte sein eigenes Leid aus einem vor vielen Jahren als Beifahrer erlittenen Unfall.

Höchst beeindruckend aber waren für alle die Ausführungen von Martina Wilmes, einer Mutter, die ihre Tochter als Unfallopfer verloren hat. Es war absolut still, als die Frau in klaren, eindringlichen Worten sagte: „Ich möchte Euch empfänglich machen für die Situation, die Gefahr!” Ohne Selbstmitleid schilderte sie, dass die ganze Familie von dem tödlichen Unfall der Tochter hart getroffen wurde: „Auch unser Sohn, der zum Zeitpunkt des Unfalls 13 Jahre alt war, hat einen Teil seiner Kindheit eingebüßt.” Sie selbst hat sich im Rahmen einer Selbsthilfegruppe dazu entschlossen, durch viele Auftritte vor jungen Leuten im damaligen Alter ihrer Tochter das nicht wieder umkehrbare Geschehen zu verarbeiten.

Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler waren Ergriffenheit, Schockiertheit und auch einige Tränen. Am Ende aber stand die Botschaft „GGAA”: „Gurt”, „Geschwindigkeit”, „Ablenkung” und „Alkohol”.

Das abschließende Gruppenbild zeigte eindeutig, dass Schülerinnen und Schüler, die Mutter eines jungen Unfallopfers, drei gestandene Polizisten und ein mit der Botschaft sehr zufriedener Klassenlehrer in diesem Moment nicht nur optisch sehr nahe beieinander waren.
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