„Corporate Social Responsibility“: Unternehmer tauschen sich aus

Von: anna
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Sie diskutierten beim Unternehmerforum im Bürgertreff von Waldfeucht: Prof. Dr. Matthias S. Fifka, WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski, Landrat Stephan Pusch, Marlene Wolters, Geschäftsführerin der Wolters-Beton GmbH aus Wegberg, Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg, und IHK-Präsident Bert Wirtz. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Sprach über „Corporate Social ­Responsibility“: Prof. Dr. Matthias S. Fifka.

Kreis Heinsberg. Ein „Wortungetüm“, so WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski, stand im Mittelpunkt des Unternehmerforums im Waldfeuchter Bürgertreff. Dazu hatten die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und die Kreissparkasse Heinsberg die Unternehmer der Region gemeinsam eingeladen.

Es ging vor rund 75 Zuhörern um das Thema „Corporate Social Responsibility“ (CSR), was ins Deutsche am besten zu übersetzen sei mit „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“, so der Referent des Abends, Prof. Dr. Matthias S. Fifka. „Der Begriff ist ein bisschen sperrig“, räumte er ein. Und doch sind diese drei Buchstaben derzeit auch bei den großen Unternehmern der Region in aller Munde.

Zwar müssen nur Unternehmen ab 500 Mitarbeitern (Bilanzsumme über 20 Millionen Euro oder Umsatz über 40 Millionen Euro) ab 2017 einer EU-Richtlinie folgend jedes Jahr ihren CSR-Bericht veröffentlichen, doch sie würden schon bald auch ihren wesentlich kleineren Lieferanten in puncto Nachhaltigkeit auf den Zahn fühlen. „Es betrifft uns alle“, so Schirowski. Unternehmer seien auch ein Teil der Gesellschaft.

Fifka erläuterte in seinem Vortrag zunächst den Begriff. Bei CSR gehe es heute darum, nicht nur Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen, sondern zugleich damit einen Mehrwert für das eigene Unternehmen zu generieren. Als wesentliche Treiber von CSR sieht der Experte die zunehmende Globalisierung, Klimawandel und Ressourcenknappheit, aber auch den demografischen Wandel, die Stärkung sogenannter nichtgesellschaftlicher Organisationen und nicht zuletzt die sozialen Medien. Als Nutzen eines Engagements in CSR identifizierte er etwa die Differenzierung durch ökologische Produkteigenschaften, die Wahrung und Steigerung von Image und Reputation, mehr Effizienz und Innovation, aber auch positive Effekte bei Gewinnung, Bindung und Motivation von Mitarbeitern.

Für die Umsetzung empfahl der Referent, das Thema zunächst auf der obersten Führungsebene zu installieren und von dort aus quantifizierbare Ziele zu definieren, Strukturen und Prozesse zu entwickeln, Erfolge ebenso wie Misserfolge intern und extern zu kommunizieren. Wichtig sei am Anfang, sich aus dem „bunten Blumenstrauß“ zwei oder drei Themen herauszusuchen. „Das sind für ein Betonwerk sicherlich andere als für eine Sparkasse“, leitete er selbst in die folgende Diskussion über. Daran beteiligten sich unter der Moderation des WFG-Geschäftsführers IHK-Präsident Bert Wirtz, Landrat Stephan Pusch, Marlene Wolters, Geschäftsführerin der Wolters-Beton GmbH aus Wegberg, und Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg.

„Wissenschaftlich fundiert, aber doch sehr gebrauchsfähig“, lobte Schirowski zunächst Fifkas Vortrag, bevor er das Wort an Pennartz weitergab, der berichtete, dass die Kreissparkasse das künftig geforderte Berichtswesen bereits auf freiwilliger Basis eingeführt habe. Wirtz und Pusch waren sich, wie der Applaus zeigte, mit den Zuhörern einig, dass Zwang, das heißt die Berichtspflicht, der falsche Weg sei. Wolters forderte darüber hinaus, dass die Verantwortung zunächst von den großen Unternehmen getragen werden solle. Schon jetzt folge ihr Unternehmen der Pflicht zur Rekultivierung. Zudem sei Beton an sich ein nachhaltiges Produkt.

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