Container sollen Platznot in Kindergärten lindern

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Während von Bund (35 ) und Land (32 ) eher niedrigere Bedarfsquoten vorgegeben worden waren, hatte der Kreis Heinsberg die Latte beim Ausbau der U3-Kinderbetreuung bereits im vergangenen Jahr nach einer Gutachterempfehlung selbst höher gelegt: 40 Prozent Bedarf wurden bei den Planungen für den U3-Ausbau angenommen.

Jetzt wurden im Jugendhilfeausschuss des Kreises Heinsberg von Jugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger und seinem Mitarbeiter Friedhelm Sieben konkrete Zahlen präsentiert für das Kindergartenjahr 2013/2014 im Bereich des Kreisjugendamtes, der Gangelt, Selfkant, Waldfeucht, Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg umfasst. Dabei stellte sich heraus: Der Bedarf ist zum Teil deutlich höher als erwartet.

So sind beispielsweise in der Stadt Wegberg 73,1 Prozent der zweijährigen Kinder in Tageseinrichtungen angemeldet worden – 133 von 182. Werden die Einjährigen (47 von 173) mit in die Betrachtung einbezogen, so ergibt sich ein U3-Nachfragebedarf nach 180 Plätzen – eine immer noch hohe Quote von 50,7 Prozent. Mit 146 bisher verfügbaren Plätzen wird eine Quote von 41,1 Prozent. Und nach Abschluss der Ausbaumaßnahmen im Laufe des Jahres 2014 sollen 176 Plätze (49,6 ) zur Verfügung stehen. Aber dies ändert dies nichts daran: Übergangslösungen müssen geschaffen werden – in Wegberg und auch anderenorts. Dazu gab der Jugendhilfeausschuss grünes Licht.

In der Stadt Wegberg ist geplant, zwei Container für jeweils eine 20-köpfige Kita-Gruppe zu nutzen: einerseits am ­Katholischen Kindergarten in Wildenrath und andererseits an einem Standort nahe der Stadtmitte. Zudem soll eine halbe (zehnköpfige) Gruppe zusätzlich am evangelischen Kindergarten Pusteblume geschaffen werden. In Wassenberg soll eine halbe Gruppe im Dachgeschoss des Kindergartens St. Georg untergebracht werden. In der Stadt Übach-Palenberg hat sich Pro multis bereit erklärt, die in ihren Kitas in Frelenberg und Marienberg zurzeit ruhenden dritten Gruppen wieder zu aktivieren. Eine weitere halbe Gruppe soll im AWO-Kindergarten Boscheln entstehen. Zudem sollen in vielen Kindergartengruppen Überbelegungen vorgenommen werden, ­allerdings nur in einem pädagogisch verantwortbaren Ausmaß; im Schnitt mit zwei bis drei Kindern zusätzlich. Der Kreis übernimmt für Übergangslösungen Investitionskosten bis zu 50 000 Euro sowie die Trägeranteile zu den Betriebskosten und notwendige zusätzliche Personalkosten.

Der Christliche Kindergartenverein Wassenberg hat einen Antrag für eine weitere, dauerhafte Gruppe im Myhler Kindergarten Rosengarten gestellt. Da der Bedarf gegeben sei, der Träger aber keine Rücklagen mehr habe, so das Jugendamt, werde kein ­Eigenanteil des Trägers zu den Investitionskosten gefordert.

Bewilligt hat der Jugendhilfeausschuss nicht nur 118 000 Euro für dieses Vorhaben in Myhl, sondern Zuschüsse in Höhe von insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro für diese und elf weitere laufende oder ausstehende Baumaßnahmen, die auch mit Bundesmitteln von über 600 000 Euro gefördert werden. „Das Land sollte nach Abschluss der Baumaßnahmen aufgefordert werden, die Kreismittel im Rahmen der Konnexität zu erstatten“, erklärte Jugendamtsleiter Hans-Josef Oehlschläger. „Sofern das Land eine Erstattung ablehnt, womit zu rechnen ist, wäre der Klageweg zu prüfen.“

Mit den Übergangslösungen und den weiteren Projekten (zu denen noch weitere hinzukommen könnten, mit denen die 50-Prozent-Marke wohl überschritten würde) hofft der Kreis nach Angaben von Friedhelm Sieben, die wohnortnahe Versorgung mit Kindergartenplätzen (U3 wie Ü3) sicherzustellen – und Klagen zu vermeiden. Ab ­August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, aber nicht im „Wunschkindergarten“. Während in den drei West-Gemeinden die Situation relativ entspannt sei ­(einerseits weil viele in der Gemeinde Selfkant lebende Niederländer die deutschen Kindergärten nicht nutzen würden, andererseits weil dort vielfach die Bereitschaft vorhanden sei, einige Kilometer zu fahren), sehe die Situation in Wegberg anders aus: Da würden Eltern, wenn ihnen für ihre Kinder ein Platz in einer Kita nur 500 Meter weiter empfohlen werde, schon „Trara“ machen.

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