Collegium Musicum: Begeisternd, bravourös, brillant

Von: hl
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Höchste Schwierigkeitsgrade gemeistert: das Collegium Musicum der VHS. Foto: Passage

Kreis Heinsberg. Zum Andenken an den Priester und Volkspädagogen Anton Heinen, der zuletzt Pastor in Wegberg-Rickelrath war, fand dort in dessen Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt das traditionelle Konzert der Volkshochschule des Kreises Heinsberg statt.

Die VHS ehrte damit nicht nur ihren Namensgeber, sie zeigte damit auch, dass sie sich dem Bildungsauftrag zum lebenslangen Lernen verpflichtet weiß. Und in besonderer Weise erfüllte im kulturellen Bereich das Collegium Musicum der VHS diesen Auftrag.

Der Leiter der VHS, Franz Josef Dahlmanns, zeigte sich in seiner Begrüßung sehr erfreut über die voll besetzte Kirche und stolz auf den Hauptakteur Ernest Frissen, unter dessen Leitung seine Musikerinnen und Musiker ein hervorragendes Konzert ablieferten.

Dies betraf sowohl die musikalische Umsetzung der einzelnen Stücke als auch deren Auswahl. Denn die Werke von Bach, Corelli, Vivaldi, dem eher unbekannten Mouret, Haydn, Schubert und Mendelssohn-Bartholdy wiesen zum Teil höchste Schwierigkeitsgrade auf, die bravourös gemeistert wurden.

Britta Menzel ragt heraus

Dies war nicht zuletzt der Leitung des Dirigenten Ernest Frissen zu danken, der souverän sein Orchester durch alle Schwierigkeiten führte. Piano und pianissimo wechselten je nach den Aussagen der einzelnen Werke harmonisch ab, Frissen führte auch humorvoll in die einzelnen Stücke ein und gab überhaupt dem Ganzen eine charmant-vergnügliche Note, die auch bei großer Ernsthaftigkeit noch durchschimmerte.

Was die Musik auch ausmachte, war ihre Ursprünglichkeit, nicht aufgepeppt durch technischen Schnickschnack. Und so sah man in Mendelssohns „Sommernachtstraum“ nach der Komödie von Shakespeare die Rüpel wirklich tanzen und beim Hochzeitsmarsch aus demselben Stück eine strahlende Braut am Arm ihres Vaters zum Altar schreiten.

Ohne die Leistung der einzelnen Solisten zu schmälern, ist doch das Geigenspiel der 15-jährigen Britta Menzel hervorzuheben: Ohne Notenblatt brillierte sie auch bei den schwierigsten Passagen in Vivaldis „Winter“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi.

Der Komponist, der selber ein hervorragender Geiger war, hätte seine helle Freude gehabt an diesem großartigen Talent, das zu Recht vom begeisterten Publikum mit lang anhaltendem Beifall bedacht wurde und mit seiner wirkungsvollen Spieltechnik sowohl die Freuden als auch die Gefahren des Winters virtuos vermittelte. Zu Recht bekam Britta Menzel am Ende des Konzertes neben dem Dirigenten einen Blumenstrauß.

In seinen Dankesworten am Schluss hob Franz Josef Dahlmanns hervor, dass die Leistung des Collegium Musicum nicht hoch genug einzuschätzen sei, handele es sich doch bei den Akteuren schließlich um Laien – vom Rentner bis zum Schüler.

Rasant und temperamentvoll

Bei seiner Zugabe, der Polka „Bahn frei“ von Eduard Strauss, dem jüngsten Sohn von Johann Strauss (Vater), zeigte das Orchester noch einmal beeindruckend, was in ihm steckt.

Rasant und temperamentvoll spielte es zum Tanz auf, so dass manch Zuhörer am liebsten die harten Kirchenbänke verlassen und sie mit einer Tanzfläche vertauscht hätte.

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