„Classics in Concert” voller Emotionen und Hingabe

Von: hl
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Erkelenz. „Classics in Concert”, so war das Konzert in der Stadthalle überschrieben, das nach drei Stunden mit Standing Ovations endete.

Es war einerseits Abschluss eines Projektes, bei dem Musikschüler der Kreismusikschule aus der Klasse Gaby und Josef Paczyna zusammen mit dem Sinfonieorchester der Musikschule Richard Bukowski aus Wroclaw (Breslau) musizierten, andererseits sollte es Auftakt sein zur „Europäischen Suite” im Rahmen des Comenius-Programms, bei dem Schüler aus Polen, Belgien, Schweden und Deutschland zusammenarbeiten.

Der Vorsitzende von Pro Musica Erkelenz als Veranstalter dieses 5. polnisch-deutschen Jugendprojekts, Dr. Thomas Kalisch, begrüßte unter den vielen Ehrengästen und Sponsoren auch den polnischen Vizekonsul und zeigte sich auch erfreut über die Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule Heinsberg und dem Stadtmusikbund Erkelenz.

Mit dem jungen und virtuos spielenden polnischen Pianisten Pawel Krysztofczyk am Klavier begann das Programm. Und mit dem Orchester, das unter seinem Dirigenten Artur Wrobel von Anfang bis Ende mit großer Spielfreude auf hohem musikalischen Niveau, sehr präzise und von piano bis fortissimo auch schwierige Passagen bewältigte, war zu hören der 3. Satz aus dem Klavierkonzert d-moll von Johannes Brahms.

Es folgten Werke von Mancini, Debussy, Joplin, Liszt, Webber, Khachaturian, Chopin und Piazolla. In memoriam des früh verstorbenen Mitschülers Karsten Königs erklang Musik des von ihm sehr geliebten japanischen Komponisten Nobuo Omeatsu. Die Klaviersolisten waren Maurice Abzug, Alexander von Dreusche, Benedikt Kaliciak, Alexandra Kalisch, Arianna Kalisch, David Steike, Melis Tahmaz, Julia Wotzka und Paul Wotzka.

Sie spielten ihre Parts mit großer Hingabe und trauten sich auch an schwierigste Stellen heran. Eigentlich waren viele Stücke nur für Klavier gedacht. Aber der polnische Komponist und Arrangeur Adam Wesolowski hatte mit großem Geschick und Einfühlungsvermögen die Werke so eingerichtet, dass Klavier und Orchester harmonisch zueinander passten.

Leuchtstäbe verteilt

Nach der Pause ging es dann um George Gershwin, von dem zunächst die berühmte Rhapsody in Blue zu hören war, dann drei Medleys mit seinen bekanntesten Melodien und zum Schluss 20 Minuten aus Porgy & Bess, der traurigen amerikanischen Oper, wobei die Klaviersolisten auch als Chor auftraten und sich oft wuselig abwechselten an den beiden Flügeln. Vielleicht hätte sich manch einer unter musikpädagogischen Aspekten mehr Zugewandtheit in Richtung Moderne gewünscht als fast nur Eingängiges aus der Vergangenheit. Aber schon die alten Lateiner wussten: „De gustibus non est disputandum.”

Frei übersetzt: Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten. Das Konzert ging zu Ende mit an das Publikum verteilten Leuchtstäben und zwei Liedern von Karolina Brokos (Sopran) und Pjotr Wojtas (Tenor). Sie sang mit kräftiger Stimme und großer Ausstrahlung den Song von Michael Jackson und Lionel Richie „We are the world”. Und ganz zum Schluss das Duett „Time to say Goodbye”, dieses melancholische Liebeslied des blinden Sängers Andrea Bocelli, gefühlvoll vorgetragen und gewissermaßen das Sahnehäubchen auf einem Konzert voller Emotionen.
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