Chancen für Flüchtlinge und für Arbeitgeber

Von: disch
Letzte Aktualisierung:
11371756.jpg
Sie informierten über das Thema Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt: Ulrich Schirowski (2. v. r.) von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Philipp Schneider (l.) vom Kreis sowie Gabriele Hilger (3. v. r.), Vera Schmitz (3. v. l.), Volker Eßer (2. v. l.) und Shadi El-Masri (r.) von der Agentur für Arbeit. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Die hohe Teilnehmerzahl und die rege Teilnahme an der Diskussion haben uns gezeigt, dass es offenbar einen großen Bedarf an vertiefenden Informationen zu dem Thema gibt.“ Dieses Fazit zog die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) nach der von ihr in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Aachen-Düren initiierten Informationsveranstaltung zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

WFG und Arbeitsagentur hatten angekündigt, sich dieses wichtigen Themas konstruktiv annehmen zu wollen und diese Infoveranstaltung für Unternehmen als „ersten Aufschlag“ bezeichnet. Rund 90 interessierte Verantwortliche von Unternehmen waren ins Gründer- und Service-Zentrum Hückelhoven gekommen.

„Uns alle betrifft dieses Thema sehr“, sagte denn auch WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski, als er sich bei der Begrüßung über einen vollen Saal freute. Er verwies einerseits auf den drohenden Fachkräftemangel, aber betonte auch, dass die Integration von Flüchtlingen eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung sei, „die wir rechtzeitig angehen müssen“.

Als Auftrag auch an die Arbeitsagentur bezeichnete Gabriele Hilger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit ­Aachen-Düren, die Integration von Flüchtlingen. In den kommenden Monaten würden Flüchtlinge verstärkt auf den Arbeitsmarkt drängen; dies werde sich wellenmäßig verstärken. „Das ist ein Potenzial“, betonte sie, wobei sie einräumte, dass die Flüchtlinge in der Regel jung seien und alleine deshalb schätzungsweise drei Viertel von ihnen keine besonderen beruflichen Qualifikationen aufweisen könnten.

Es seien aber ein unbändiger Wille und eine hohe Lernbereitschaft festzustellen. Und als ganz wichtig bezeichnete sie das Thema Sprachvermittlung. Hilger fügte aber auch ausdrücklich als Appell an die Unternehmen hinzu: „Vergessen Sie unsere Langzeitarbeitslosen nicht!“

2500 in Städten und Gemeinden

Einen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation im Kreis Heinsberg gab Dezernent Philipp Schneider aus der Kreisverwaltung. Er sprach einerseits die fast 1000 von den Kommunen in Amtshilfe für das Land geschaffenen Notunterkunftsplätze an, aber auch die rund 2500 den Städten und Gemeinden zugewiesenen Asylsuchenden außerhalb von Notunterkünften; diese Zahl habe zu Jahresbeginn noch unter 1000 gelegen.

Beim Blick auf die Herkunft der zugewiesenen Asylbewerber, die sich in einem laufenden Asylverfahren befinden, fiel der noch verhältnismäßig geringe Anteil von Syrern in Höhe von knapp zehn Prozent auf. Doch dies dürfte sich ändern: Schneider wies darauf hin, dass bei der bundesweiten Erfassung der Flüchtlinge im Oktober fast jeder Zweite aus Syrien gekommen sei.

Was Arbeitgeber bei der Einstellung von Flüchtlingen und Asylbewerbern beachten müssten, verdeutlichte Volker Eßer von der Agentur für Arbeit mit vielen Informationen. Stichworte wie Wartefristen, Aufenthaltsstatus und Vorrangprüfung sowie viele weitere zu beachtende Faktoren spielten dabei eine Rolle, aber die Botschaft war klar: Es gehe um Chancen für Asyl­suchende und Flüchtlinge und um Chancen für Arbeitgeber.

„Wir sind überzeugt, Flüchtlinge wollen und können hier arbeiten“, so Eßer. Einer der Bausteine ist „Early Intervention“, ein Projekt zur frühzeitigen intensiven Beratung und Unterstützung von Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive, das Shadi El-Masri von der Agentur für Arbeit bei dieser Veranstaltung vorstellte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert