CDU wendet sich gegen die Fusion der Pfarrgemeinden

Von: hewi
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Wassenberg. Die Wassenberger CDU stellt sich auf die Seite der Kritiker der vom Aachener Bischof verordneten Zwangsfusion der sieben katholischen Wassenberger Pfarrgemeinden zu einer Großgemeinde.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates wurde dem Rat und der Öffentlichkeit eine „Offene Erklärung der CDU Wassenberg zur Fusion der Katholischen Pfarrgemeinden” zu Kenntnis gegeben. Darin wird der Aachener Bischof aufgefordert, von der geplanten Fusion abzusehen.

Die Erklärung erfolgt im Namen des CDU-Stadtverbandes Wassenberg und der Stadtratsfraktion und ist unterzeichnet von Franz-Josef Beckers für die Partei sowie Karl-Heinz Dohmen für die Ratsfraktion.

Nachfolgend der Wortlaut der Erklärung: „In unseren katholischen Kirchengemeinden herrschen seit einigen Wochen Ratlosigkeit, Verdruss, Unverständnis, Ärger und Unmut. Viele Zeitungsartikel und Leserbriefe bringen dies sehr deutlich zum Ausdruck. Anlass ist ein Brief des Bischofs Dr. Heinrich Mussinghoff vom Bistum Aachen. Er kündigte die Versetzung der beiden für unser Stadtgebiet zuständigen Pfarrer zum 31. Dezember 2009 an und verordnete die Fusion der bislang sieben selbständigen Pfarrgemeinden mit Wirkung zum 1. Januar 2010.

Seelsorge nicht vernachlässigen

Wir sehen darin einen Eingriff in unsere dörflichen und gesellschaftlichen Strukturen und die Gefahr nachhaltiger negativer Auswirkungen für die Kirche, das Vereinsleben und nicht zuletzt für unser gesellschaftliches Miteinander.

Bei allem Verständnis für eine sicherlich auch notwendige zukunftsträchtige Ausrichtung der Kirche darf die Seelsorge vor Ort jedoch nicht vernachlässigt werden. Die Zerschlagung der selbstständigen Kirchengemeinden kann unseres Erachtens nicht der richtige Weg sein. Wo bleiben die vielen für die Kirchen ehrenamtlich tätigen Menschen, die sich mit ihren Pfarrgemeinden identifizieren? Sind Bereitschaft und Motivation dieser Menschen nicht in großer Gefahr?

Nach unserer Einschätzung haben wird seit einigen Jahren zwei gut funktionierende eigenständige Weggemeinschaften mit Wassenberg-Unterstadt, Birgelen, Effeld und Ophoven und mit Wassenberg-Oberstadt, Myhl und Orsbeck. Und das könnte auch so bleiben.

Wir appellieren an unseren Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff und an alle Verantwortlichen, im Sinne aller betroffenen Menschen von der geplanten Fusion abzusehen. Wir als CDU erklären uns mit den Pfarrgemeinden in der Sache solidarisch.”

Die Erklärung kam in der jüngsten Sitzung des Wassenberger Rates unter dem Punkt „Verschiedenes” auf die Tagesordnung. Sie wurde nur zur Kenntnis gegeben. Diskutiert und abgestimmt wurde im Stadtrat darüber nicht.
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