CDU: „Rheydter Kurve“ nur mit Ausgleich

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Kreis Heinsberg. Nachdem eine von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen initiierte Studie untersucht hat, ob und wie sich die Kapazität vor allem auf dem Bahn-Abschnitt zwischen Aachen und Düren „durch einzelne infrastrukturelle und fahrplantechnische Maßnahmen“ erhöhen lässt, rückt auch eine Umfahrung der Strecke in den Blickpunkt – mit deutlich mehr Güterverkehr auf der Strecke von Aachen durch den Kreis Heinsberg gen Mönchengladbach als bislang und mit dem Neubau einer sogenannten „Rheydter Kurve“.

Die CDU-Kreistagsfraktion Heinsberg spricht sich nun grundsätzlich dagegen aus, die sogenannte „Rheydter Kurve“ ohne finanzielle Kompensation für das Kreisgebiet Heinsberg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufzunehmen.

„Dieses Projekt ist ohne ersichtlichen Vorteil für den Kreis. Soweit die IHK Aachen neue Arbeitsplätze für logistische Dienstleistungen an der Strecke in Aussicht stellt, fragt sich, inwieweit dies auf belastbaren Angaben beruht“, heißt es seitens der CDU. „Der Güterverkehr von den belgischen und niederländischen Seehäfen hat in erster Linie die größeren Städte als Ziel, weniger den Landkreis Heinsberg.“

In erster Linie, so die CDU, entstünden dem Kreis Nachteile durch wachsendes Verkehrsaufkommen. „Die vorhandenen Streckenabschnitte sind jetzt bereits am Rande ihrer Kapazität, und diese wird spätestens im Jahre 2020 deutlich überschritten sein.“ Der Bau und Betrieb der „Rheydter Kurve“ würden dann vermutlich „zu einem Kollaps führen.

Selbst wenn die ,Rheydter Kurve‘ mit Zugeständnissen an den Kreis Heinsberg mit seinen Städten und Gemeinden verbunden würde, so würden weitere erhebliche Belastungen für die Region Heinsberg entstehen“, prognostizieren die Christdemokraten. „Eine Vielzahl von Lärmschutz-, und Unterführungsmaßnahmen würden zu erheblichen finanziellen Belastungen für die betroffenen Kommunen und den Kreis Heinsberg führen.“

Grundsätzlich sei die CDU-Fraktion im Kreistag Heinsberg daher der Auffassung, „dass nach wie vor neue Schienenverbindungen nördlich unseres Kreisgebietes die Lösung sein können. Eine entsprechende Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan muss weiterhin oberste Priorität haben. Wie schon die CDU-Bundestagsabgeordneten der Region mit Schreiben vom 19. September 2016 forderten, könnte die Herstellung der ,Rheydter Kurve‘ als Alternative nur erfolgen, wenn gleichzeitig umfangreiche Lösungsmaßnahmen für die verkehrsneuralgischen Punkte auf der Bahnstrecke Aachen-Rheydt, insbesondere der Bahnübergänge im Kreis Heinsberg, für deren Unter- beziehungsweise Überführungen umgesetzt werden.

Hierfür müssen etwa 100 Millionen Euro im Bundesverkehrswegeplan 2015 bereitgestellt werden.“ Bis zur vollständigen Fertigstellung und Veröffentlichung der von der IHK in Auftrag gegebenen Studie zum Jahreswechsel könne nur die IVV-Studie aus dem Jahre 2012 weiterhin Entscheidungsgrundlage sein.

„Die ,Rheydter Kurve‘ ohne Bereitstellung umfangreicher Bundesmittel für die genannten Ausgleichsmaßnahmen wird daher zur Vermeidung unnötiger Belastungen der im Kreis Heinsberg lebenden Menschen abgelehnt“, heißt es in der Stellungnahme der CDU-Kreistagfraktion.

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