CDU-Bezirksparteitag: Geld, Phantasie, Know-how und Mut gefragt

Von: anna
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Auf dem Podium sprachen zum Gesundheitswesen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (rechts) sowie Volker Kratz und Marion Peters (von links). Moderator war Bernd Krückel (2.v.r.). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Hoher Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erwartete die Besucher des offenen CDU-Bezirksparteitags, der in diesem Jahr in der Festhalle in Oberbruch stattfand. Dort wurden Herausforderungen der Gesundheitspolitik und Pflege beleuchtet.

Nach der eindeutigen Wiederwahl von Thomas Rachel, Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bildungs- und Forschungsministerium, zum CDU-Bezirksvorsitzenden im Rahmen der vorangegangenen Delegiertenversammlung, begrüßten er und sein ebenso eindrucksvoll wiedergewählter Heinsberger Stellvertreter Bernd Krückel, zugleich Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender, den Gast in der voll besetzten Halle.

Gröhe sprach zunächst über die Herausforderungen der Gesundheitspolitik in einer sich verändernden Gesellschaft und ging dabei auch auf die neuen gesetzlichen Regelungen zur Pflege ein. Danach nahm er an einem von Krückel moderierten Podiumsgespräch teil. Seine Partner waren Volker Kratz, der Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime St. Josef in Heinsberg-Waldenrath und Selfkant-Höngen sowie Marion Peters, die Leiterin der Abteilung Gesundheit und Pflege beim Caritasverband für die Region Heinsberg.

Auf die Frage Krückels, wie er die Herausforderungen für die Pflege der Zukunft sehe, antwortete Kratz mit Blick auf den demographischen Wandel mit einer rhetorisch gemeinten Gegenfrage: „Wer soll denn später noch die Leistungen ausführen, wenn die Pflege zu Hause zunehmend schwieriger wird?“ Die Lösung des Problems zeigte er dann aber auch gleich auf. „Wir werden immer weniger, älter und bunter“, schob er voraus und betonte dann, dass es in der Zukunft einen „Hilfemix“ brauche mit Blick auf ein Leben im sogenannten Quartier. „Vor allem braucht es den Egoismus der Älteren und die Akzeptanz der Jüngeren“, so Kratz weiter. Alle Potenziale müssten ausgeschöpft werden mit „Geld, Phantasie, Know-how und Mut.“

Erhebliche Veränderungen

Peters erläuterte, wie die Caritas mit den Veränderungen umgeht. Seit der Gründung des ambulanten Pflegedienstes im Jahre 1978 seien diese „erheblich“, betonte sie, gerade in den vergangenen Jahren. „Die Menschen werden nicht nur älter, sie wollen auch länger zu Hause bleiben.“ Da brauche es vor allem sehr gute Fachkenntnisse, gehe es doch zunehmend auch um Wundversorgung, Medikamenteneinnahme, zudem um das Thema Demenz oder um fehlende Angehörige. Und oft würden professionelle Hilfe oder Unterstützungsangebote für die Pflegenden erst sehr spät angenommen aus Scham, es nicht mehr alleine zu schaffen. Viele alte Menschen würden zudem ihr Pflegegeld benötigen, um überhaupt noch ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Hier lobte sie das neue Gesetz in den Punkten, wo Pflegeleistungen nicht mehr ausbezahlt würden in der Hoffnung, dass jetzt auch Sachleistungen besser angenommen würden. Wie Kratz sah auch sie die Zukunft in einem Hilfemix in einem lebendigen Quartier.

Nachdem Kratz einen Blick in die Niederlande getan hatte, wo das „Pflegeparadies“ nicht mehr funktioniere, ging Peters auf die kommunale Pflegeplanung des Kreises ein und erklärte Gröhe, dass es in der Heinsberger Kreisverwaltung bereits eine Stabsstelle für demografischen Wandel und Sozialplanung gebe. Insgesamt gehe es um eine altersgerechte und inklusive Quartiersplanung, betonte sie. Der Kreis Heinsberg sei hier auf einem sehr guten Weg. Auch der Verbund „Starke Partner“, ein Verbund von sieben Pflegedienstleistern im Kreisgebiet, werde sich aktiv an der weiteren Gestaltung beteiligen und sich in die Quartierskonferenzen einbringen.

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