Caritas diskutiert mit Landtagskandidaten

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Thema Ehrenamt: Dr. Alfred Etheber (Mitte) diskutierte im Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum in Heinsberg auch mit den Landtagsabgeordneten Ulla Meurer (SPD) und Bernd Krückel (CDU). Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. „Caritas zur Landtagswahl” lautete der Titel einer Diskussionsveranstaltung der Caritasverbände für das Bistum Aachen und für die Region Heinsberg mit Landtagskandidaten im Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum in Heinsberg. Ziel dabei war, bürgerschaftliches Engagement im Vorfeld der Landtagswahl stärker in den Fokus zu rücken.

Der ehrenamtliche Einsatz von Bürgern sei so vielfältig wie die Menschen selbst, betonte Gottfried Küppers, Geschäftsführer des regionalen Caritasverbandes, in seiner Einführung. 23 Millionen Menschen würden sich in Deutschland bürgerschaftlich engagieren, dies sei für Staat und Land unverzichtbar. Als „Prototyp des Ehrenamts” stellte er Monika Karim vor. Sie ist Vorstandsmitglied des regionalen Caritasrates und hat gerade eine Schulung zur Familienpatin absolviert, „um noch vor Ort in der Praxis mitarbeiten zu können”, wie sie sagte.

„Solange auf der Welt und auf uns bezogen auf dem Land Menschen leben, die sich für andere engagieren, lebt diese Region”, erklärte sie zum Thema. „Leider erhält diese Bereitschaft zum Ehrenamt noch viel zu wenig Aufmerksamkeit und Förderung”, beklagte sie jedoch und schloss mit einer Forderung: „Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt brauchen eine Anerkennungskultur.” Zudem bedürfe es einer Unterstützung auf Landesebene, leitete sie weiter zur ersten Politiker-Gesprächsrunde.

Die Landtagskandidaten René Stegemann (FDP), Elsbeth Küppers-Hofmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Michael Schneider (Die Linke) stellten sich den Fragen von Moderator Dr. Alfred Etheber, Bereichsleiter beim Caritasverband für das Bistum Aachen. Wie nach ihnen in einer zweiten Runde die aktuellen Landtagsabgeordneten Bernd Krückel (CDU) und Ulla Meurer (SPD) gaben sie Einblicke in ihre Einstellung zum Ehrenamt, äußerten sich zum Thema Finanzierung oder zur Abgrenzung zwischen bürgerschaftlichem Engagement und staatlichem Handeln. Darüber hinaus ging es um eine Verbesserung der Werbung für ehrenamtliches Engagement.

Zwischen den Gesprächsrunden stellte zunächst Margrit Hils den geladenen Gästen aus Ehrenamt und sozialen Einrichtungen das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum vor. Was fehle, sei eine finanzielle Planungssicherheit, wünschte sie sich eine längerfristige Regel- oder zumindest Sockelfinanzierung. „Derzeit steht der Haushalt jährlich zur Debatte.”

Marcel Ballas, Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime St. Josef, stellte schließlich die Arbeit ehrenamtlich tätiger Menschen in den von ihm geleiteten Einrichtungen vor. Die 40 ehrenamtlich tätigen Kräfte bei St. Josef seien dabei nicht nur eine wichtige Hilfe, sondern würden auch den wertvollen Blick von außen mit in die Einrichtungen bringen. Als Koordinator dieser freiwilligen, ehrenamtlichen Arbeit sei das Freiwilligenzentrum unverzichtbar, betonte er.
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