Busfahrer setzt drei Elfjährige vor die Tür: Vater erhebt Anklage

Von: hewi
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Erkelenz. Manche Kinder sind ätzend. Sie sind laut und störend und gehen einem gehörig auf die Nerven. So oder so ähnlich dachte wohl am Donnerstag ein Busfahrer, der im Auftrag der West Energie und Verkehr gegen 15.20 Uhr vom ZOB aus eine ganze Busladung voll mit diesen „Nervensägen” transportierte.

Er setzte kurzerhand drei Schulkinder wieder an die frische Luft und erteilte ihnen bis auf weiteres Beförderungsverbot in seinem Bus. „Ihr fahrt nie wieder in meinem Bus mit”, war laut Zeugenaussagen sein Kommentar, als er die drei in Höhe der Agentur für Arbeit an der Tenholter Straße des Busses verwies.

Was war vorgefallen? Die drei Elfjährigen hatten aus einer Flasche Wasser getrunken. Dies ging allerdings nicht ohne Gerangel vonstatten. Dabei wurden nicht nur die Hemden der Kinder, sondern auch die Innenscheibe des Busses nass.

Ein ebenfalls elfjähriger Zeuge erklärte, dass sie noch versucht hätten, das Wasser von der nassen Scheibe zu wischen. Doch zu spät. Denn ein weiteres Kind rief schon laut nach dem Fahrer. Dieser zeigte wenig Kompromissbereitschaft, entledigte sich der drei „Rowdys” auf offener Straße und setzte seine Fahrt fort, nachdem er besagtes Beförderungsverbot für „seinen Bus” ausgesprochen hatte. Erklärungsversuche ließ er dabei nicht gelten. Ein Mann muss eben tun, was ein Mann tun muss.

Muss er? Nein, und er sollte auch nicht. Denn mit dieser Aktion habe er gegen die Beförderungsbedingungen verstoßen, die für den sicheren und geschützten Heimtransport für Schulkinder gelten. Dies meint zumindest Rolf Lanzerath aus Lövenich. Er ist der Vater eines der an die Luft gesetzten Jungs. Er sei schockiert, erklärte er gegenüber unserer Zeitung. „Ich erwäge, den Fahrer und das Transportunternehmen anzuzeigen”, betonte er. Denn die Kinder, die täglich im Erkelenzer Land auf den Bus als Transportmittel angewiesen sind, müssten vor solcher Willkür geschützt werden.

Kinder seien nun einmal laut und nach einigen Stunden des Stillsitzens in der Schule auch ein wenig aufgedreht. „Sie haben weder randaliert oder sich geprügelt noch Schäden in dem Bus verursacht”, fährt Lanzerath fort. „Ein paar Wasserspritzer auf einer Scheibe tun niemandem weh und sollten durchaus verzeihbar sein.” Darüber hinaus werde dafür bezahlt, dass die Kinder sicher zur und von der Schule auch wieder nach Hause transportiert werden. „Wem Kinder zu sehr auf die Nerven gehen, der sollte nicht Busfahrer werden”, ist sich Lanzerath sicher. Schließlich gebe es ja weitaus friedlichere und nervenschonendere Beschäftigungen.

„Die Beschwerde ist auch bei uns eingegangen”, sagt Heinz Grüters, zuständiger Disponent bei der West in Erkelenz. Aber: „Wir wollen erst die Stellungnahme des Fahrers dazu hören.” Der war „unterwegs” und deshalb „nicht erreichbar”.
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