Burgbergfestival: Bei feuchtem Wetter schnell tote Hose

Von: defi
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Alex im Westerland spielte bei
Alex im Westerland spielte beim Heinsberger Burgbergfestival 2012 auf der Bühne vor dem Selfkantdom und wegen des Regens leider vor nicht sehr vielen Fans. Foto: defi

Heinsberg. 20 Jahre Partnerschaft Heinsberg-Ozimek und das Burgbergfestival 2012 standen im September auf dem Veranstaltungsprogramm der Kreisstadt Heinsberg, was lag da näher, als aus zwei Veranstaltungen ein großes Fest der Musik und Begegnung zu machen.

Am Freitag wurden die 56 polnischen Freunde im Rathaus von Bürgermeister Wolfgang Dieder in entspannter Atmosphäre im Rathaus empfangen. Nach dem gemeinsamen Abendessen in der Stadthalle stand der Besuch des ersten Konzertabends des Burgbergfestivals auf dem Partnerschaftsprogramm.

Leider spielte das Wetter nicht mit. Es pladderte aus Kübeln hernieder auf den Burgberg. Als Support Act trat die Band Headrush auf die große Bühne, mit dem Selfkantdom im Hintergrund und ein paar unentwegten Fans auf der Burgbergwiese davor. Headrush spielte Rock, Indie und Classic Rock und hätte wie die Hauptband des Abends wirklich mehr Zuhörer verdient gehabt.

Alex im Westerland hat sich den Ärzten und den Toten Hosen verschrieben. An Energie und Spielfreude steht die Coverband Campino und Co. in Nichts nach. Allein, wenn die Hose langsam vom Regen durchnässt wird, ist stimmungsmäßig schnell tote Hose, auch wenn die Bands sich noch so abrackern. Die Toten Hosen-Fans waren am Freitag auf dem Burgberg eindeutig in der Überzahl, und so spielte Alex im Westerland die Originalhosensongs mit verblüffender Authentizität und viel Liebe zum Detail - inklusive vierstimmiger Gesänge und originalgetreuer Gitarrensoli. Begeisterter Applaus von denen, die es hörten.

Das Partnerschaftsprogramm zum 20-Jährigen wurde am Samstag fortgesetzt mit einer Besichtigung des Lago Laprello. Im Bootshaus wartete ein köstliches kölsches Büffet auf Gäste und Gastgeber.

Die Blaskapelle Ozimek, das ehemalige Jugendorchester der Partnerstadt, spielte in der Mittagszeit in der Heinsberger Innenstadt auf. Beim Skatturnier am Samstag in Kirchhoven, erspielten sich die Skatfreunde Ozimek den Wanderpokal. Beim Treffen des Partnerschaftsausschusses Heinsberg und der offiziellen polnischen Delegation wurde so manch schönes Anekdötchen aus den letzten 20 Jahren zum Besten gegeben.

Am Abend stand der zweite Teil des Burgbergfestivals glücklicherweise unter einem günstigeren Stern. Der Berg füllte sich mit 600 Besuchern, und auch die polnischen Freunde hatten ihren Spaß bei der Karibischen Nacht. Sebastian Sturm und Exile Airline waren sicherlich die Stars des Burgbergfestivals 2012. Sebastian Sturm sieht nicht nur aus wie Mister Reggae Bob Marley, er scheint, obwohl seine wurzeln in Aachen liegen, den Reggae zu leben wie einst der große Meister. Ein deutscher Reggae-Musiker und dann auch noch ein guter, Hut ab! „Musikalisch ein echter Knaller, ganz großes Kino”, gab Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule, neidlos zu.


1980 als Sohn einer indonesischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren, war Sebastian Sturm im Dreiländerdreieck von Holland, Belgien und Deutschland aufgewachsen und gründete bereits mit 14 Jahren seine erste Band, damals stand noch Punk bei ihm hoch im Kurs. Es folgte die erste Reggae-Band und später die wegweisende Zusammenarbeit mit der Band Jin Jin. Sein drittes Album ist 2011 unter dem Titel Get up & Get going erschienen. Begleitet wurde er bei der Einspielung des Albums wie bei seinem Auftritt beim Burgbergfestival von der Band Exile Airline, der auch auch Mitglieder von Jin Jin angehören.

Nicht nur die Liebhaber des klassischen Roots Reggae kamen voll auf ihre Kosten. Auch die zweite Band des Abends, Supernatural, zollte dem Senkrechtstarter auf vielen europäischen Bühnen und in der Fachpresse Beifall. Mit Sebastian Sturm, Exile Airline und Supernatural war die Karibische Nacht in puncto Musik ein Volltreffer.

Ein wenig mehr karibische Temperaturen hätte das Festival aber schon vertragen können. Als gegen 22 Uhr Rolf Thebrath die ersten Gitarrengriffe absolvierte und den Sound des Carlos Santana auf die Heinsberger Burgbergbühne zauberte, wurde es zwar äußerlich etwas kühl, doch den Santana-Supernatural-Fans begann doch das Blut zu kochen. Supernatural ist auch bei nicht-karibischen-Außentemperaturen ein Garant für unbändige Spielfreude und Latin Rock vom Feinsten.


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