Bundesweit einmaliges Projekt ermöglicht Spende an Hospiz

Von: hewi
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Erfolgreicher Abschluss des VH
Erfolgreicher Abschluss des VHS-Projektes „Tödlicher Selfkant”: 15 000 Euro wurden von Hans Krupp (2.v.l.) und Kurt Lehmkuhl (2.v.r.) dem Hospiz der Hermann-Josef-Stiftung in Erkelenz als Spende überreicht. Foto: Koenigs

Erkelenz/Kreis Heinsberg. Ein in dieser Form bundesweit einmaligen Volkshochschulprojekt aus dem Kreis Heinsberg wurde am Aschermittwoch offiziell beendet. Bei einer Spendenübergabe an das Hospiz der Hermann-Josef-Stiftung in Erkelenz wurde an diesem Tag das letzte Exemplar von „Tödlicher Selfkant” überreicht.

Das Taschenbuch mit Kriminalgeschichten aus dem Kreis Heinsberg wurde von Kurt Lehmkuhl als VHS-Dozent und Herausgeber und seinen Kursteilnehmern 2009 und 2010 in Kursen geschrieben und bei Lesungen ab November vorgestellt. Das Hospiz kann sich nach der literarischen Spendenaktion über 15.000 Euro freuen. Der Buchvorgänger „Blutroter Selfkant”, der vor zwei Jahren ebenfalls als Produkt eines VHS-Kurses das Licht der Welt erblickte, hatte schon rund 10.000 Euro für das Hospiz eingebracht.

Der „Tödliche Selfkant” ist in seiner zweiten Auflage restlos ausverkauft, wie auch Lehmkuhls Partner Hans Krupp aus Übach-Palenberg erklärte, der eigens für das Projekt den hkl-Verlag gegründet hat. Neben den Einnahmen aus dem Buchverkauf trugen auch die Eintrittsgelder der Lesungen, die im gesamten Kreisgebiet veranstaltet wurden, zu der Gesamtspendensumme bei.

Eine dritte Auflage werde es wahrscheinlich nicht geben, so Krupp, der betonte, dass sämtliche Erträge ans Hospiz fließen würden. Bei beiden Büchern handele es sich um „Crossover-Projekte”, wie Lehmkuhl betonte. Beim „Blutroten” war eng mit der Fotogruppe „Die Unterbelichteten” der VHS zusammengearbeitet worden, die einige Geschichten bildlich umgesetzt hatte. Beim „Tödlichen” hatten die Kursteilnehmer auf die gesangliche Unterstützung des Frauenchors „Auftakt” gesetzt, der durch seine Lieder bei ausverkauften Veranstaltungen in der Leonhardskapelle in Erkelenz und in Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg erheblich zum Gelingen beigetragen hatte.

„Ich könnte mich an diese Art von Unterstützung gewöhnen”, erklärte Wolfgang Salz. Der Verwaltungsdirektor der Hermann-Josef-Stiftung betonte, dass das Hospiz „extrem auf Spenden angewiesen” sei. „Ohne Sie gäbe es das Hospiz nicht”, erklärte er in Richtung der Autoren, die er stellvertretend für die vielen Initiativen und Privatspenden ansprach.

Die Hospiz-Leiterin Ulrike Clahsen liest selbst gerne Krimis, wie sie erklärte. Umso interessanter fand sie die Lesungen, die sie besucht hatte. „Die Vielseitigkeit der Themen und Schreibstile haben mich begeistert”, betonte sie anerkennend. Als „Weiterbildung, wie sie im Buche steht”, bezeichnete der Geschäftsführer der Volkshochschule Franz-Josef Dahlmanns das von Lehmkuhl entwickelte Schreibprojekt. Es sei ein außergewöhnliches und in dieser Art bundesweit einzigartiges Projekt gelungen, von dem er hoffe, dass es eine Fortsetzung gebe. Dies unterstrich auch seine Stellvertreterin Dr. Ulla Louis-Nouvertné, die erklärte, es bestehe bereits eine rege Nachfrage nach dem Schreibseminar.

Auf eine Fortsetzung des Projektes, auf das die Anton-Heinen-Volkshochschule nicht nur stolz ist und durch das sie bundesweit bei Volkshochschulen Aufmerksamkeit erregt hat, wollte sich Lehmkuhl indes noch nicht festlegen. Schließlich habe er als Krimi-Autor auch noch eigene literarische Projekte, die im vergangenen Jahr hinten anstanden und nun umgesetzt werden. „In diesem Herbst wird es definitiv keinen neuen Kursus geben”, sagte Lehmkuhl.

Für Gerd Grunewald, der an beiden bisherigen Seminaren teilgenommen hat, war das Engagement ein persönliches Bedürfnis, denn vor vier Jahren verstarb seine Mutter im Erkelenzer Hospiz. Sein Autorenkollege Dr. Clemens Hardmann unterstrich, dass er durch das Seminar neue und interessante Menschen kennenlernen durfte. Mittlerweile haben sich aus dem VHS-Seminar heraus selbstständige Schreibgruppen gegründet, in denen sich die Teilnehmer weiterhin literarisch betätigen. Damit ist das Projekt nicht nur zum Spendenerfolg geworden, sondern hat auch zur Weiterbildung der Mitwirkenden beigetragen.
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