Bundesverdienstkreuz für engagierte Höngenerin

Von: Heinz Eschweiler
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Eine Würdigung ihres Engagements von höchster Stelle: Landrat Stephan Pusch (r.) verlieh Ruth Deckers das Verdienstkreuz am Bande. Erster Gratulant war Bürgermeister Herbert Corsten (l.). Foto: agsb

Selfkant-Tüddern. Es war eine nicht alltägliche Auszeichnung, die einer nicht alltäglichen Frau verliehen wurde, das wurde gleich zu Beginn der Begrüßungsrede von Bürgermeister Herbert Corsten deutlich. Im großen Sitzungssaal des Rathauses begrüßte der Bürgermeister viele Ehrengäste aus Wirtschaft und Politik und natürlich ganz besonders Familie Deckers.

Denn im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die 76-jährige Ruth Deckers, eine Persönlichkeit aus der Mitte der Gesellschaft, die ihren Heimatort Höngen Jahrzehnte lang nach innen und außen vertreten und geprägt hat.

Besonders das ehrenamtliche Engagement im sozialen Bereich war und ist ihr eine Herzensangelegenheit. Ruth Deckers profitierte dabei von ihrer Erfahrung aus 33 Jahren Ratsmitgliedschaft, 23 Jahren als Ortsvorsteherin von Höngen und zehn Jahren als stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Selfkant.

„Bis zuletzt und fast bis zur physischen Erschöpfung hat sie sich in die Entscheidungsprozesse der Gemeinde eingebracht“, würdigte Herbert Corsten das politische Wirken von Ruth Deckers, die im vergangenen Jahr ihr Ratsmandat in jüngere Hände gelegt hat.

Landrat Stephan Pusch hielt eine beeindruckende Laudatio für ein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im kirchlichen und sozialen Bereich. Von 1963 bis 2004 war Ruth Deckers als Lehrerin in Höngen tätig. Ihr Herz schlägt für die Kinder, insbesondere für die schwächeren. 1974 trat Ruth Deckers der Initiativgruppe Behindertenbetreuung an der Hauptschule Höngen bei.

Diese wurde 1991 in den heutigen Förderverein für Menschen mit geistig-körperlicher Behinderung im Selfkant überführt. Ruth Deckers übernahm die Vorstandsarbeit. „Es gelang ihr, Schüler zu motivieren, bei der Bewirtung mitzuhelfen. So konnten oft Vorurteile und Berührungsängste der Schüler abgebaut werden“, sagte der Landrat.

Die Organisation des Familiennachmittages für Menschen mit und ohne Behinderung und deren Angehörigen, sei ihr ein wichtiges Anliegen gewesen. Außerdem organisierte Ruth Deckers Benefizveranstaltungen für den vom Förderverein in den 1990er Jahren initiierten Wohnstättenbau. 2013 wurde Ruth Deckers im Förderverein zum Ehrenmitglied ernannt.

2004 rief Ruth Deckers den Dorfverschönerungsverein ins Leben. Bis heute führt sie diesen als Vorsitzende. Zahlreiche Aktivitäten wurden auf ihre Initiative hin tatkräftig im Ort umgesetzt. „Frau Deckers organisierte von 1975 bis 2005 als Mitglied des Sportvereins Höngen als treibende Kraft das jährliche Jugendzeltlager für rund 80 bis 100 Jugendliche“, erzählte Stephan Pusch. Sie habe sich als Leiterin der Küche auch um das leibliche Wohl der Jugendlichen gekümmert.

Ein weiteres Steckenpferd ist ihr Engagement in der katholischen Kirchengemeinde St. Lambertus Höngen, wo sie seit 1980 aktiv ist. Ob Pfarrgemeinderat, Rat der Gemeinschaft der Gemeinden, Kommunionhelferin, Lektorin und Wortgottesdienstleiterin, Organisation des alljährlichen Selfkant-Bittganges oder als aktives Mitglied im Kirchenchor (seit 1968) – Ruth Deckers ist für Höngen der „Hauptgewinn im Lotto“. Und sie ist für den Eine-Welt-Laden aktiv. Und sie zählte zum Gründungsteam des Kulturvereins Höngen, wo sie von 2005 bis 2015 als Schriftführerin im Einsatz war. Das Wörtchen „und“ kann man bei Ruth Deckers ständig verwenden.

„Es steht außer Frage, dass Sie, verehrte Frau Deckers, die heutige hohe Auszeichnung verdient haben. Ihnen gebührt für Ihr Wirken höchster Respekt, sie haben Dank und Anerkennung wahrhaft verdient“, so der Landrat zum Abschluss seiner Laudatio und verlieh unter großem Beifall das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Landrat Pusch hatte zuvor elegant eine kleine Panne gemeistert. Bei der Ankunft in Tüddern stellte der Landrat nämlich fest, dass im Kofferraum des Dienstfahrzeuges nur der bunte Blumenstrauß lag, Urkunde und Verdienstkreuz aber nicht. Ein Telefonat, eine weitere Rede und einen Musikbeitrag des Kirchenchores Höngen später wurden die beiden Dinge Pusch überreicht, der dann doch lachend zur Tat schreiten konnte.

Eine beeindruckende und anerkennende Laudatio hielt auch Kreistagsabgeordneter Norbert Reyans, der wie alle Festredner, darunter auch Heinz Stassen (CDU-Fraktionsvorsitzender), Toni Meiers (für die Höngener Ortsvereine) sowie Tochter Ina Smeets, nur einen Wunsch hatte: „Liebe Ruth, bleibe bitte so wie Du bist.“

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