Bürgerhaus Saeffelen: Finanzierung über Fonds zur Flüchtlingsintegration?

Von: ger
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Selfkant-Saeffelen. Dass die Einwohner von Saeffelen gerne ein eigenes Bürgerhaus hätten, verliehen sie bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Nachdruck: Es kamen so viele Zuhörer, dass die Sitzplätze im Sitzungssaal des Rathauses bei weitem nicht ausreichten.

Dabei ging es gar nicht um die Grundsatzentscheidung, ob die Politik dem Bau eines Gemeinschaftshauses zustimmt oder nicht.

Hintergrund ist, dass es in Saeffelen keinen ausreichend großen Raum für Veranstaltungen mehr gibt, seit die Gaststätte Wolters / van Cleef schloss. Das Pfarrzentrum bietet gerade einmal Platz für 60 bis 70 Personen und ist damit für viele Veranstaltungen zu klein. Zum Beispiel für das jährliche Dorfkonzert der musizierenden Vereine aus Saeffelen, das deshalb zuletzt in der Kirche gegeben werden musste. Um etwas gegen die akute Platznot der Vereine zu tun, möchte man in Saeffelen die ehemalige Gaststätte Wolters / van Cleef zu einem Dorfgemeinschaftshaus umbauen.

Im zuständigen Ausschuss ging es nun noch nicht um die Frage, ob man diesem Projekt zustimmt. Die Vertreter der Fraktionen sprachen sich zunächst dafür aus, Fördergelder aus einem Programm zur Integration von Flüchtlingen für das Dorfgemeinschaftshaus zu beantragen.

Das ist allerdings nur eine Möglichkeit der Finanzierung. Denkbar ist sie auch mit Hilfe der Städtebauförderung des Landes NRW, dabei liegt der Fördersatz aktuell bei 60 Prozent. Etwas mehr Geld gibt es im Programm „Hilfen im Städtebau zur Integration von Flüchtlingen“. In diesem Programm könnte die Gemeinde eine 70-prozentige Förderung bekommen. „Alleine im Ortszusammenhang Saeffelen und Heilder leben zurzeit 26 Flüchtlinge“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Weitere 54 Asylbewerber seien derzeit in Höngen untergebracht. „Vor diesem Hintergrund ist eine Realisierung des Dorfgemeinschaftshauses in Saeffelen zwar nicht gesichert – aber durchaus im Bereich des Möglichen“, sagte Martin Busch, CDU. Sollte das Vorhaben im Programm zur Integration von Flüchtlingen abgelehnt werden, könne man immer noch die Mittel aus dem herkömmlichen Städtebauförderprogramm bekommen.

Rolf Cleven, CDU, unterstrich die Notwendigkeit eines Gemeinschaftshauses für Saeffelen. Kirmes, Karneval, Nikolaus, Dorffest – es gebe keine Räume, in denen diese Feste in Saeffelen gefeiert werden könnten. Nach Angaben von Betreibern solcher Bürgerhäuser in anderen Orten funktionierten sie einwandfrei, sagte er.

Willi Peters, SPD, forderte, diese Aussage mit Zahlen zu untermauern. Ihn beschäftige vor allem die Frage, ob man sich den Unterhalt des Bürgerhauses leisten könne: „Wenn ich mir einen Mercedes kaufe, muss ich vorher wissen, wie teuer Steuern und Versicherung sind.“ Auch Christian Tellers, Grüne, und Karl Busch, FDP, wollten mehr über die anfallenden Folgekosten des Bürgerhauses wissen.

Heinz Stassen, CDU, warb für einen Vertrauensvorschuss für die Saeffelener Vereine: „Man sollte das nicht von vorneherein kaputtreden.“ Den Vereinen müsse aber bewusst sein, dass sie das Haus betreiben und Gewinne einfahren müssen, um die laufenden Kosten zu decken.

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