Bündnis gegen Rechts setzt auf Prävention

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg hatte zuletzt noch vor drei Monaten in Erkelenz ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt: Rund 1000 Menschen demonstrierten dort am letzten Februar-Samstag für eine offene und tolerante Gesellschaft und gegen eine zeitgleich stattfindende rechte Kundgebung mit 130 Demonstranten.

Das Bündnis gegen Rechts ist stolz auf solche Aktionen, will verstärkt aber auch auf Prävention setzen: Dies wurde am Montag bei einer Pressekonferenz vom Sprecherkreis des Bündnisses im Evangelischen Gemeindezentrum in Hückelhoven-Ratheim deutlich.

Maria Meurer dankte im Namen des Sprecherkreises Landrat Stephan Pusch für „die gute Unterstützung“. Pusch hatte im Februar im Kreisausschuss angekündigt, dass der Kreis – selbst Mitglied im Bündnis gegen Rechts – im Rahmen seiner Bildungsoffensive gegen extreme Parteien das Bündnis stärken wolle. Und er hatte die Beauftragung einer Honorarkraft angekündigt, deren Kosten aus dem Haushaltsansatz der politischen Bildungsoffensive gedeckt werden sollen.

Im Zuge dieser 2008 vom Kreistag beschlossenen Initiative sind in den vergangenen Jahren die dafür zur Verfügung gestellten Mittel in Höhe von jährlich jeweils 25.000 Euro nahezu vollständig ausgeschöpft worden. Dazu gehörte die Organisation eigener Aktivitäten wie Studienfahrten, Vorträge und Seminare der Kreis-Volkshochschule, Ausstellungen, interkulturelle Konzerte oder Jugendamtsmaßnahmen, aber auch die Förderung verschiedener Projekte von Schulen oder Vereinen.

Der Sorge, dass solche Aktivitäten angesichts der Kosten für die neue Honorarkraft nun weniger Förderung erfahren könnten, trat Pusch bei dem Pressegespräch am Dienstag entgegen. „Ich gehe davon aus, dass wir den Etat auf­stocken werden“, kündigte er einen entsprechenden Vorschlag für die kommenden Haushaltsberatungen an. „Rassismus ist in gewissen politischen Kreisen wieder salonfähig. Da sind Aufklärung und Flaggezeigen umso wichtiger“, erklärte der Landrat angesichts zunehmender Ausländerfeindlichkeit und vermehrt zu hörender Stammtischparolen.

Sie hätten wenig mit Aufklärung und viel mit Angst zu tun. Genau da solle das Bündnis ansetzen. Und die Unterstützung des Bündnisses sei eine Aufgabe für die öffentliche Hand und angesichts des kreisweiten Zusammenschlusses eine Aufgabe für den Kreis, betonte er.

Seit 1. März wird die Aufgabe der Honorarkraft mit zehn Stunden Beschäftigungsumfang in der Woche von Linda Ringering wahrgenommen. Die Diplom-Sozialpädagogin, die sowohl in der kirchlichen Jugendarbeit als auch in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit aktiv war und mit einer Firma im Bereich Erlebnispädagogik und Outdoortraining tätig ist, hat sich mit Blick auf Prävention vor allem Netzwerkarbeit mit anderen Organisationen und Zusammenarbeit mit Schulen auf ihre Fahnen geschrieben.

So solle beispielsweise nach den Sommerferien mit dem Berufskolleg Erkelenz eine Aktion mit Veranstaltung und Ausstellung realisiert werden. Sie wolle aber auch Informationen bündeln und als Ansprechpartnerin, wo es erforderlich und möglich sei, Hilfestellung geben. Jetzt stehen aber erst einmal Gespräche mit der Kreisverwaltung an, bei denen es um einen geplanten Informationstag geht. Die Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen hatten in einem Antrag eine solche öffentliche Veranstaltung unter dem Motto „Unser Kreis ist bunt, tolerant und friedlich“ angeregt.

Unter Verweis auf die Unterstützung des Bündnisses durch den Kreis hatte der Landrat im Kreisauschuss erklärt, er gehe aus, dass das Bündnis gegen Rechts selbst in der Lage sei, einen solchen Informationstag zu organisieren, auch wenn der Kreis zu weiteren Unterstützungsleistungen bereit sei. Nach den Vorstellungen des Bündnisses sollte der Tag als jährliche, durch das Kreisgebiet wandernde Veranstaltung etabliert werden.

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