Kreis Heinsberg - Brückenschlag zwischen Christen und Muslimen

Brückenschlag zwischen Christen und Muslimen

Von: cbo/jdk
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Auf dem Weg in die Evangelische Kirche in Erkelenz: Pfarrerin Karen Smith von der Evangelischen Kirche in Marokko war die Synodalpredigerin beim Gottesdienst zur Eröffnung der Kreissynode. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Christlicher-Islamischer Dialog” lautete das Hauptthema für die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Jülich, die im Martin-Luther-Gemeindehaus in Erkelenz tagte. Zu diesem Dialog trug im besonderen Maße eine Abordnung der Evangelischen Kirche in Marokko bei, die der Synode beiwohnte.

Pfarrerin Karen Smith, der Präsident der Evangelischen Kirche in Marokko (EEAM), Pfarrer Jean-Luc Blanc, sowie der Arzt und Laienprediger Dr. Celin Nzambe.

Im Eröffnungsgottesdienst, den der Islam-Beauftragte des Kirchenkreises, Pfarrer Dr. Dirk Siedler, gestaltete, hielt Pfarrerin Karen Smith die Predigt: „Uns ist auferlegt, neue Wege zu finden, liebende Nachbarn für die Muslime zu sein, wenn wir im christlichen Geist dieser Zeit wahrhaftig sein wollen.” In diesem Gottesdienst wurde Renate Wegmann als langjährige Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe verabschiedet; sie übergibt das Amt an Renate Schlegel.

Nach dem Einführungsreferat von Professor Dr. Michael Hüttenhoff wurde in fünf Arbeitskreisen über die verschiedenen Sichtweisen des interreligiösen Dialogs diskutiert, wobei die Beteiligung von Gesprächspartnern aus islamischen Gemeinden in Deutschland hilfreich war, aber insbesondere das Leben und das Wirken der Gäste aus Afrika interessierten.

Im muslimisch geprägten Marokko engagieren sich die Vertreter der Evangelischen Kirche einerseits im Gedankenaustausch zwischen den beiden Religionen und andererseits in der Flüchtlingsarbeit. Mit Hilfe einer 1995 eröffneten Universität sollte - wie Pfarrerin Karen Smith berichtete - ein Brückenschlag zwischen beiden Religionen geschaffen werden.

Die Kirche unterstütze dabei die Studenten, damit sie ihr Studium erfolgreich beenden könnten. Deshalb vergebe die Evangelische Kirche in Deutschland über einen eigenen Fonds Stipendien. Diese Stipendien erfüllten den Zweck, Zeichen zu setzen, aber auch Selbsthilfe zu erzeugen.

Der Superintendent des Kirchenkreises Jülich, Jens Sannig, würdigte in einem Pressegespräch zum Abschluss der Synode das beeindruckende Engagement der Evangelischen Kirche in Marokko. Die Flüchtlingsarbeit steht - so war zu erfahren - ganz oben auf der Agenda, da für die Flüchtlinge die Grenze nach Europa verschlossen bleibe.

Viele Flüchtlinge lebten schon bis zu sieben Jahre zwangsweise in Marokko und meistens in großer Armut. Obwohl die Kapazitäten vor Ort den Rahmen der Hilfsmöglichkeiten sprengen würden, verfolge die Evangelische Kirche in Marokko ihre Arbeit weiter. Zu ihren Aufgaben zählten Organisation von Schlafplätzen, Essensversorgung und die medizinische Betreuung.

Ein zweiter Schwerpunkt des christlich-islamischen Dialogs stand bei der Synode unter dem Thema „Gemeinsam an einen Gott glauben”. Es sollte die Frage erörtert werden, wie sich Christen und Muslime begegnen können auf der gemeinsamen Suche nach einem Gott. Wie Superintendent Sannig im Pressegespräch erklärte, sei diese Thematik den ganzen Tag über in den Köpfen der Teilnehmer präsent gewesen.

Als Ergebnis beschloss die Synode ein Jahr der Begegnung 2010. Die 19 Gemeinden des Kirchenkreises, aber auch seine Ämter und Werke verpflichten sich, Fragen des christlich-islamischen Gespräches hohe Priorität einzuräumen. Die Synodalen brachten ihre Forderung an die Bundesregierung auf den Weg, Vorbehalte gegen die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen aufzuheben und eigene gesetzliche Regelungen für die Rechte von Flüchtlingskindern zu schaffen.
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