Bronzeköpfe auf dem Klosterplatz erinnern an alte Zeiten

Von: anna
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An der „Stiftsdame”: Wolfgan
An der „Stiftsdame”: Wolfgang Dieder, Thomas Junghans und Thomas Pennartz (von links). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Vermietung und Bezug der Gewerbeflächen im neuen Gebäudekomplex der Kreissparkasse sind nahezu abgeschlossen. Da freute sich deren Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz ganz besonders, im Kreis von Kollegen und geladenen Gästen, jetzt auch den Innenhof offiziell seiner Bestimmung übergeben zu können.

Dabei rief er zunächst noch einmal die Geschichte der am 1. Januar 1899 in Heinsberg gegründeten Sparkasse in Erinnerung. Der Bau des neuen Komplexes „war am Anfang nicht ganz unumstritten”, räumte Pennartz mit Blick auf die dicken, roten Säulen und die gläserne Fassade ein. Mittlerweile sei er aber ein wichtiger Bestandteil der Innenstadt geworden. Das Gebäude sei mit Leben gefüllt, und zum ersten Mal sei jetzt auch richtig Leben auf dem Platz, freute er sich über die Besucher, die gekommen waren, um sich alles Neue anzuschauen.

Da war zunächst das kleine Schild mit der Bezeichnung „Klosterplatz” auf der Außenwand des Jugendamtes. Es handele sich um Privatgelände, daher habe der Rat zu dieser Namensgebung nicht befragt werden müssen, freute sich Pennartz dennoch über das zustimmende Lächeln von Bürgermeister Wolfgang Dieder.

Dann lenkte er das Interesse der Gäste auf den Zeitstrahl, der auf der Einfassung des ebenerdigen Wasserspiels alle wichtigen historischen Daten der Geschichte des Kreises und der Stadt Heinsberg sowie der Kreissparkasse dokumentiert: Das erste Datum nennt mit dem Jahr 1085 die urkundliche Erwähnung von Goswin als dem ersten Herrn von Heinsberg, das jüngste im Jahr 2008 die Eröffnung des neuen Gebäudes der Kreissparkasse am Ort.

Schließlich führte Pennartz kurz in das Werk des Künstlers Thomas Junghans ein, der nicht nur das Bronzeportal des Selfkantdomes geschaffen hat, sondern jetzt auch sechs Bronzebüsten, die auf Steinsäulen den Klosterplatz zieren.

Bürgermeister Wolfgang Dieder erinnerte an das frühere Prämonstratenserkloster St. Marien, das Goswin II. von Heinsberg in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet hatte. Es hatte ursprünglich vor der Stadt gelegen und war nach seiner Zerstörung Mitte des 16. Jahrhunderts rund 100 Jahre später innerhalb der Stadtmauern an der Kreuzung von Hochstraße und Klostergasse wieder aufgebaut worden. Zudem verwies Dieder auf den ehemaligen Stadtbach, der unter die Tiefgarage verlegt worden sei.

Thomas Junghans führte die Besucher anschließend selbst kurz in sein Werk ein. Der Klosterplatz beherbergt jetzt auf Steinsäulen sechs Bronzeskulpturen, die allesamt Köpfe zeigen. Sie heißen „Mann mit Sandale” in Erinnerung an die Sohle einer Sandale aus dem 15. Jahrhundert, die bei den Ausschachtungsarbeiten gefunden wurde, oder „Krieg” mit Blick auf die Zerstörung Heinsbergs am 16. November 1944.

Eine Skulptur zeigt einen „Kuhkopf” und erinnert an die Gerberei aus dem Mittelalter, deren Überreste man ebenfalls bei den Ausgrabungen fand. Eine andere zeigt eine „Stiftsdame”. Eine hohe Skulptur mit fünf Köpfen übereinander symbolisiert die „Bürger von Heinsberg”. Abgerundet wird das Ensemble durch das „Porträt eines Unbekannten”.
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