Heinsberg-Oberbruch - Braunsrather füllen die große Oberbrucher Festhalle doppelt

Braunsrather füllen die große Oberbrucher Festhalle doppelt

Von: sche
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Heinsberg-Oberbruch. Die beiden Herbstkonzerte des Musikcorps Braunsrath waren und sind der Höhepunkt des blasmusikalischen Geschehens im Heinsberger Land.

Daran hat sich durch den Dirigentenwechsel nichts geändert. Wer vermag es schon, zweimal die große Oberbrucher Festhalle zu füllen? Das schaffen die Einheimischen allein nicht. Die Braunsrather haben Fans, die viele Kilometer fahren, um sie zu hören und zu erleben. Ein Kenner urteilte in der Pause: „Das ist das Beste, was ich seit langem hörte.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Melicker Harry Wolters ist perfekt in seine Aufgabe hineingewachsen. Vorsitzender Michael Claßen-Houben sagte ihm nur Bestes nach, dass er alle Musiker mitnehme und individuell Freiräume für die Interpretation lasse.

Er klagte auch etwas mit vollem Bauch. Die Schrumpfung auf circa 70 Musiker war kein Problem. Vielmehr stellte sich namentlich im zweiten Teil der typische Braunsrather, vom Bigband-Stil geprägte, Sound ein. Hier lief das Corps immer wieder zu Höchstleistungen auf. Nach diesem Konzert wird der Strukturwandel fortgesetzt.

Circa 40 Kinder warten auf ihre Eingliederung. Sie gaben schon mal eine Kostprobe zusammen mit dem Corps. Achim Tholen hat aus dem Jugendorchester eine Trommlergruppe von suggestiver Wirkung geschaffen. Das macht ihm weit und breit keiner nach. „Kongoleta” war wie afrikanischer „Rumble in the jungle”. Dem Publikum wurde warm und wärmer. Damit stiegen Begeisterung und Beifall. Bereitwillig kamen die Zugaben im Dreierpack.

Kommen wir auf den Anfang zurück. Hier war nicht alles Gold, was glänzte. Wil van der Beek verfuhr mit Rossini viel besser als Alfred Reed mit Ravel. Die Crux waren die Arrangements. Während die „Italienerin in Algier” halbwegs authentisch klang, war die tieftraurige, sensible „Pavane” viel zu schwerlastig.

Generell sind die Musikvereine gut beraten, wenn sie bei ihren Leisten bleiben, nämlich der originalen Blasmusik eines Manfred Schneider, der im ICE-Tempo durch die Alpen düste und damit auch der Jugend weit entgegen kam. Auch der Belgier August de Boeck verschaffte den Hörern mit seinem „Impromptu” viel Genuss. Ein Halloween-Gag war das Finale aus Haydns Abschieds-Sinfonie, bei der nacheinander die Musiker zwar nicht die Bühne verließen, dafür aber nach ihrem Part aufstanden, eine artige Verbeugung machten und verstummten.

Das rhythmisch aufgeheizte „Rush” von Samuel R. Hazo aus dem Jahre 2006 war ein krönender Abschluss des ersten Teils. Bis hier hatte das Corps so manchen rhythmischen, tempomäßigen, „taktilen” Stolperstein elegant und geschickt übersprungen und zu seiner alten Leistung zurückgefunden.

Auf den zweiten Teil freuen sich die Besucher am meisten. Hier kommen ihre Vorlieben zum Zuge. Max Laurs, der stellvertretend für die vielen solistisch bravourös herausgekommenen einzelnen Musiker stand, beendete den „Galop” am Xylophon mit einem derartigen Furioso, dass er ihn wiederholen musste.

Auch das Elvis-Medley, für das der Leib- und Magen-Spezialist der Braunsrather, Peter Kleine-Schaars, verantwortlich war, erfreute sich stürmischen Anklangs. Goldplay und Superman rundeten das auf Neuzeit getrimmte Programm perfekt ab, dazu gab es Märsche. Am Schluss herrschte Zufriedenheit auf ganzer Linie. Dafür hatte auch das Moderatorenduo Katharina Laumen und Isabel Küppers gesorgt, die für die Verjüngung standen.
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