Braunes Wegberg: Schüler beleuchten Terror des Nazi-Regimes

Von: Monika Baltes
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Freuen sich über die positive
Freuen sich über die positive Resonanz: Der Projektkurs „Geschichte” des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums mit Schulleiter Willy Meersmann, Geschichtslehrer Jürgen Tenbrock und Michael Körner vom Verlag. Foto: Baltes

Wegberg. Nach einem Jahr intensiver Arbeit und gründlicher Recherche in Archiven des Bundes, des Landes, der Stadt Wegberg und Pfarre Beeck konnte das Buch am Donnerstag endlich vorgestellt werden: „Braunes Wegberg? So etwas gab es doch nicht bei uns... Oder doch?”

Der Projektkurs Geschichte der Oberstufe des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums hat sich mit Tätern, Mitläufern und Opfern im Nationalsozialismus in Wegberg beschäftigt. Die Recherchen ergaben, dass das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte in Wegberg nahezu vollständig verdrängt worden ist. Selbst 70 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus gibt es kaum Veröffentlichungen zu diesem Thema.

Acht Schüler, Kai Blankertz, Tamara Büschgens, Claudia Holländer, Miriam Jentgens, David Koj, Lisa Lehmann, Ben Mertens und Lisa Stender, haben, angeleitet durch ihren Geschichtslehrer Jürgen Tenbrock, versucht, dem „braunen Wegberg” auf die Spur zu kommen.

Ihre Ergebnisse sind im Buch zusammengefasst und lassen aufhorchen. Die Machtergreifung der NSDAP und die Entwicklung der Hitler-Jugend wird beleuchtet und die Rolle der Kirche vor Ort im Nationalsozialismus betrachtet. Auch in Wegberg haben Juden gelebt, die terrorisiert und deportiert wurden, Euthanasie und Zwangsarbeit, Widerstand und Entnazifizierung - all das vor der Haustür. In der Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Waldniel Hostert fanden über 500 Menschen im Rahmen des Euthanasieprogramms den Tod. Auf dem Dalheimer Friedhof wurden sieben Zwangsarbeiterinnen hingerichtet. Der Klinkumer Pfarrer Gottfried Plaum wurde wegen Abhörens feindlicher Sender zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt.

Das Buch ist ein beeindruckendes, aber auch erschreckendes Zeugnis Wegberger Geschichte. Die engagierten jungen Leute haben viel gelernt über die Vergangenheit und für die Zukunft. Sie haben das Buch den Verfolgten und Opfern des Nationalsozialismus in Wegberg gewidmet. „Mögen sie niemals vergessen werden”, schreiben sie im Vorwort.

Schulleiter Williy Meersmann ist stolz auf die Arbeit des Projektkurses, und Landrat Stefan Pusch bescheinigte „ein tolles Resultat”. Auch Bürgermeister Reinhold Pillich fand anerkennende Worte: „Sie haben lokale Geschichte aufgearbeitet.”

Das Buch wird in einer Stückzahl von 500 Exemplaren aufgelegt. der Erlös wird für eine Gedenktafel verwendet, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Das Buch „Braunes Wegberg?” ist im Verlag artkonzeptkörner erschienen. Es kostet 14,95 Euro und kann direkt vom Projektkurs unter ge-projektkurs-mkg@hotmail.de oder über die Buchhandlung Kirch in Wegberg bezogen werden.
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