„Braune Engel” wirken in den Schulen nach

Letzte Aktualisierung:
„Braune Engel”: Das Zwei-Per
„Braune Engel”: Das Zwei-Personen-Theaterstück zum Thema „Radikalismus und Gewalt” wurde bereits an mehreren Schulen im Kreis Heinsberg aufgeführt.

Kreis Heinsberg. Es ist ein eindringliches Theaterstück, das lange nachwirkt. Ein Theaterstück, das Jugendliche beschäftigt und zum Nachdenken anregt. „Braune Engel” ist ein Zwei-Personen-Theaterstück, welches das Thema „Radikalismus und Gewalt” beleuchtet.

Es bedient sich der gängigen Klischees, nicht um sie zu verfestigen, sondern um sie so zu brechen, dass die Menschen dahinter sichtbar werden. Dabei möchte das Stück weder anklagen noch stigmatisieren, sondern plastisch vor allzu simplen Lösungen warnen.

Es soll Mechanismen offenlegen und dazu anregen, neue Perspektiven zu entwickeln. Das Theaterstück ist konzipiert für Jugendliche im Alter ab 14 Jahren sowie Schülerinnen und Schüler der achten bis elften Klassen. Aufgeführt wird es von zwei Schauspielern des Theaters Traumbaum aus Bochum.

Zum Inhalt: Eine junge Türkin auf der Flucht vor der Zwangsverheiratung wird von einem rechtsradikalen Mann gestellt. Dieser nutzt seine Übermacht, vergewaltigt und tötet die junge Türkin. Aber sie hat dem jungen Mann noch einen Pflasterstein an den Kopf werfen können. So treffen sich beide in einer Art Vorhölle wieder und erleben eine Gefangenschaft zu zweit.

Die Machtverhältnisse haben sich komplett verändert, die Türkin ist jetzt die Stärkere. Der junge Mann hat keine Macht mehr, sein Baseballschläger schlägt nicht mehr, seine rechtsradikalen Mythen werden Stück für Stück entlarvt.

Neun Schulen im Kreisgebiet haben dieses Stück auf dem Spielplan. An der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg, am Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz, am Cusanus-Gymnasium Erkelenz, an der Realschule Ratheim, an der Hauptschule Ratheim, an der Hauptschule In der Schlee in ­Hückelhoven sowie an der Hauptschule Selfkant in Höngen wurde das Stück in diesem Schuljahr bereits mit großer Resonanz aufgeführt, zum Teil sogar gleich zweimal.

An der Verbundschule Waldfeucht-Haaren steht es am 26. Oktober auf dem Programm, an der Hauptschule Wegberg am 23. November. Während die Aufführung in Haaren an geeigneter Stelle in der Schule stattfindet, wird es in Wegberg in der offenen Jugendeinrichtung „De Schuer” gespielt. Im Anschluss an die Aufführungen des Theaterstückes, an denen bislang insgesamt circa 1000 Schülerinnen und Schüler teilnahmen, fand jeweils eine halbstündige Auswertung und Diskussion mit den Schülern statt. Diese beschäftigten sich sehr interessiert und rege mit dem Thema „Extremismus.”

Die Spielorte verstärkten bisweilen die Wirkung, so in der Erkelenzer Leonhardskapelle oder in der evangelischen Kirche Wassenberg sowie im Theaterraum der Höngener Schule. Die spannende Umgebung brachte die Thematik viel besser zum Ausdruck und verstärkte die nachhaltige Wirkung. Die beteiligten Jugendämter des Kreises sowie der Städte Erkelenz und Hückelhoven sind auf alle Fälle begeistert: „Genau auf diese Wirkung kommt es an.” Im Unterricht wird die Thematik - angeregt durch das Theaterstück - engagiert nachgearbeitet.

Die Jugendämter wollen auf die rege Nachfrage seitens der Schulen reagieren: Sollte der Rahmen für die Finanzierung weiter bestehen bleiben (ermöglicht wurden die Gastspiele durch die vom Kreistag beschlossene Bildungsoffensive gegen extreme Parteien), soll es weitere Aufführungen geben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert