Hückelhoven - Bombenfund: Großeinsatz in Hückelhoven

Bombenfund: Großeinsatz in Hückelhoven

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
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Bei Bauarbeiten im Bereich der Hilfarther Straße wurden zwei Fliegerbomben gefunden. Foto: CUH

Hückelhoven. Die Szenen, die sich am Dienstag über Stunden in Hückelhoven-Hilfarth abspielten, hätten inszeniert sein können. „Sonst sieht man so etwas nur im Fernsehen. Jetzt ist man selbst betroffen“, sagt Hannelore Fiebrandt, Hückelhovenerin. Sie und ihr Mann Eckhardt verbrachten den Dienstagmittag zu Hause, im Freizeitdress, wie sie sagt. Dann hörten sie Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr auf der Straße.

Bei einem routinemäßigen Bebauungsplanverfahren für ein Grundstück an der Hilfarther Straße in der Nähe der Rurbrücke – genau zwischen zwei Häusern – wurden vom Kampfmittelräumdienst zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Fliegerbomben, eine fünf Zentner schwer, die andere zehn – aufeinander liegend. Sofort wurden die weiteren Arbeiten an dem Grundstück unterbrochen, die Bomben abgedeckt und weitere Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehörte die Evakuierung der dort wohnenden Menschen. „In einem Radius von 500 Metern um den Fundort herum müssen alle Anwohner ihre Häuser verlassen“, sagt Holger Loogen, Sprecher der Stadt Hückelhoven. Das sind 1000 Haushalte und rund 2600 Menschen, die ab circa 15 Uhr bis in die Abendstunden ihr zu Hause nicht mehr aufsuchen durften. Das wäre viel zu gefährlich.

Die Polizei sperrte aus diesem Grund kurzerhand die gesamte Hilfarther Straße, rausfahren durfte man, hinein in den Ort nicht mehr. Schnell galt es die Anwohner zu informieren, denn einige standen schon wütend am Straßenrand und wussten nicht, was los ist. „Wir haben das per Zufall im Internet erfahren“, sagt eine besorgte Anwohnerin. Dann läuft sie rein, will ihre Sachen packen. „Wir wollten zu meinem Bruder, aber der wohnt schräg gegenüber. Zu dem dürfen wir wohl auch nicht mehr“, ruft sie noch.

Zunächst machten Feuerwehr und Polizei per Durchsage auf den Bombenfund aufmerksam. Später gingen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Bauhofs und des Ordnungsamtes von Tür zu Tür, um auch wirklich jeden zu erreichen. „Bevor wir los sind, haben wir auch noch schnell unsere Nachbarin abgeholt und mit in die Aula genommen“, sagt Hannelore Fiebrandt. Denn diese sei schon sehr alt und hätte keine Möglichkeit gehabt, schnell aus der Gefahrenzone zu kommen. Für genau solche Fälle wurden zügig Shuttle-Busse organisiert. Diese fuhren sowohl das Gymnasium als auch die Aula der Grundschule an der Fichtenstraße an. Dort wurden die Betroffenen vom Deutschen Roten Kreuz mit Wasser und kleinen Snacks versorgt. Die Turnhallen hatte Loogen zuvor bereits sperren lassen. Daher fiel zum Teil der Sportunterricht aus.

Die direkten Anwohner des Fundorts scherzten derweil. „Wenn das hier erledigt ist, komme ich wieder und dann trinken wir einen Kaffee“, rief ein Anwohner den Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes zu. Dann stieg auch er ins Auto und fuhr los. „Das ist schon sehr heftig und beunruhigend“, sagt Hannelore Fiebrandt. Es dauerte schließlich bis etwa 19 Uhr, ehe die Experten die beiden Weltkriegsrelikte erfolgreich entschärft hatten und die evakuierten Einwohner Hückelhovens zurück in ihre Wohnungen und Häuser durften.

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