Blitzmarathon: „Temposünderin“ lobt die Arbeit der Polizei

Von: disch
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Die Raser im Visier: Polizeihauptkommissar Hans-Gerd Deenen richtete die Messstelle in Heinsberg an der ­Unterbrucher Straße ein. Fotos (2): Schuldei Foto: Schuldei
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Meldung per Funk: Polizeihauptkommissar Hans-Dieter Schumacher gab die Kennzeichen der „Temposünder“ an seine Kollegen durch, welche die Fahrzeuge anhielten.

Kreis Heinsberg. Der gewünschte Effekt sei eingetreten: „Die Leute stellen sich darauf ein und fahren langsamer.“ Polizeihauptkommissar Jürgen Heitzer von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Heinsberg zeigte sich am Dienstag während des vierten landesweiten Blitzmarathons zufrieden. Das Geschwindigkeitsniveau zu senken, dies sei das erklärte Ziel sowohl beim Blitzmarathon als auch bei den ohnehin verstärkten Kontrollen im Kreisgebiet.

 „Wir wollen die Spitzen kappen.“ Denn, so die Einschätzung der Polizei, gerade Unfälle mit hohem Tempo hätten meist besonders schlimme Folgen.

Da verschmerzten es die Beamten auch, dass an der Kontrollstelle in Heinsberg auf der Linderner Straße am Vormittag eine Stunde lang überhaupt kein Fahrer „ins Netz“ ging. Dieses kreisweite „Netz“ von 26 öffentlich bekannt gegebenen Kontrollstellen hatten am Dienstag ab 6 Uhr 34 Polizeibeamte aufgespannt; Verstärkung hatte die Heinsberger Behörde von der Einsatzhundertschaft aus Mönchengladbach erhalten. Auch das Ordnungsamt des Kreises war im Einsatz.

Am Nachmittag zog die Polizei eine Zwischenbilanz der 24-Stunden-Aktion: Bis 15.30 Uhr waren im Rahmen der Messungen insgesamt 1298 Fahrzeuge kontrolliert worden. Die allermeisten Fahrer hatten die erlaubte Höchstgeschwindigkeit eingehalten. 28 aber waren zu schnell unterwegs: Sie mussten Verwarnungsgelder bezahlen. Einige erwartet eine Ordnungswidrigkeiten­anzeige. So war innerhalb geschlossener Ortschaft ein Autofahrer mit 71 km/h gemessen worden. Ein anderer Autofahrer befuhr eine „70er Zone“ mit 85 km/h.

An der Kontrollstelle in Heinsberg auf der Unterbrucher Straße wurde ein ESO-High-Tech-Gerät zur Tempomessung eingesetzt, während zeitgleich in Karken und Lieck mit dem Laser operiert wurde. An der Unterbrucher Straße lag einer der sogenannten „Wutpunkte“; von Bürgern gemeldete Stellen, an denen nach ihrer Einschätzung gerast wird. Dort mussten Hans-Gerd Deenen und Hans-Dieter Schumacher binnen 60 Minuten die Kennzeichen von zehn Wagen per Funk an ihre Kollegen von der Einsatzhundertschaft durchgeben, die einige Hundert Meter weiter die „Temposünder“ stoppten.

Alle zehn kamen mit Verwarnungsgeldern in Höhe von 15 Euro davon, hatten sie doch das 50er-Limit nach Abzug der Toleranz um nicht mehr als zehn km/h überschritten. „Die meisten nehmen es sportlich“, berichtete Michael Beumers von gelassenen Reaktionen. Sylvia Louwette war eine der Ertappten. Sie habe es eilig gehabt, räumte die 52-Jährige aus Heinsberg ihr Vergehen ein. Und äußerte viel Verständnis und Lob für die Arbeit der Polizei.

„Es muss halt kontrolliert werden“, verwies sie darauf, dass so viele junge Fahrer im Kreis Heinsberg ums Leben kommen würden. Deshalb finde sie die Aktionen der Polizei im Kampf gegen Unfälle auch gut. Nun sei sie zwar als „ältere“ Autofahrerin selbst aufgefallen. Aber die 15 Euro zahlen zu müssen, sei nicht so schmerzhaft, als wenn etwas passiert wäre.

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