Erkelenz - „Blitz-Marathon”: Anwohner machen sich selbst ein Bild

„Blitz-Marathon”: Anwohner machen sich selbst ein Bild

Von: Monika Baltes
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In Erkelenz erklärten die Pol
In Erkelenz erklärten die Polizisten beim Blitzmarathon der „Patin” Hildegard Dresen den Umgang mit dem Messgerät. Foto: koe

Erkelenz. Dienstagmorgen, 6 Uhr im Kreis Heinsberg: Im Rahmen der landesweiten Kampagne „Brems dich - rette Leben” beteiligte sich auch die Kreispolizeibehörde Heinsberg am zweiten 24-Stunden-Blitzmarathon und baute in Gangelt an der K 13 die erste Blitze auf. An insgesamt 22 Kontrollpunkten im Kreis wurden im Laufe des Tages Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.

„Der Blitz-Marathon ist in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung entstanden”, erklärte Hauptkommissar Karl-Heinz Frenken, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Heinsberg, „denn für die Menschen vor Ort zählen nicht die statistischen Unfallbrennpunkte, sondern ganz konkret die gefährlichen Straßenabschnitte in ihrer Umgebung, wo ihrer Ansicht nach zu schnell gefahren wird.” 145 Meldungen gingen bei der Kreispolizeibehörde ein, 145 Punkte, an denen die Anwohner durch rücksichtsloses Fahren das Leben anderer gefährdet sehen.

Hildegard Dresen ist Anwohnerin der Nordpromenade in Erkelenz und beobachtet täglich Autofahrer, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometer halten. Sie hat die Gelegenheit genutzt und der Polizei den Gefahrenpunkt mitgeteilt.

Am Dienstag war sie als „eine Patin der Aktion” mit der Polizei vor Ort und durfte sich selbst ein Bild von der Kontrolle machen - wie übrigens alle anderen Paten auch.

Im Jahr 2011 waren im Kreis Heinsberg elf Verkehrstote zu beklagen, in 2012 sind bereits sieben Menschen auf den hiesigen Straßen gestorben. Unfallursache ist bei diesen Unfällen in der Regel überhöhte Geschwindigkeit.

Hauptkommissar Michael Okuhn, stellvertretender Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde, weiß diese Tatsache anschaulich zu verdeutlichen: „Bei Unfällen, die sich mit 65 Stundenkilometern ereignen, sterben acht von zehn Opfern.

Bei Unfällen, die sich mit 50 Stundenkilometern ereignen, überleben acht von zehn Opfern. Wenn es uns gelingt, die durchschnittliche Geschwindigkeit auf unseren Straßen nur um zwei Kilometer zu senken, würden die Unfälle mit Personenschäden um 15 Prozent zurückgehen. Darüber gibt es wissenschaftliche Untersuchungen.”

Der Polizei kommt es darauf an, etwas in den Köpfen zu bewirken. Die Einsicht zu schärfen und den Blick für Gefahren. Den Blitzmarathon will die Polizei daher als Appell an alle Verkehrsteilnehmer - Autofahrer, Fußgänger, Motorradfahrer und Fahrradfahrer - verstanden wissen, sich dauerhaft an die Verkehrsregeln zu halten. Das Menschenleben, das wir damit schützen, könnte das eigene sein, sagt die Polizei.
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