Kreis Heinsberg - Blinde erkunden den Kölner Zoo hautnah

Blinde erkunden den Kölner Zoo hautnah

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Königspython Berta durfte bei dem Besuch im Kölner Zoo sogar gestreichelt werden.

Kreis Heinsberg. Seit Anfang 2015 hat der Blinden- und Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg ein zusätzliches Angebot für jüngere Betroffene ins Leben gerufen. Interessierte, auch Nichtmitglieder, bis 60 Jahre sind willkommen und treffen sich an jedem dritten Freitag im ungeraden Monat in der Gaststätte Nikolaus-Becker-Stube in Geilenkirchen.

Dann tauschen sich die Teilnehmer der Treffen über die verschiedensten für den Personenkreis relevanten und interessanten Themen aus. Und dabei war auch die Idee entstanden, mit der kleinen Gruppe einmal einen Ausfrlug zu unternehmen. So machten sich insgesamt 13 Personen auf den Weg in den Kölner Zoo.

Der Kölner Zoo, der bereits seit 1860 besteht, gehört zu den artenreichsten Zoos in Deutschland. Seit Jahren werden dort auch immer wieder, je nach Bedarf und Anfrage, Führungen für Gruppen blinder und sehbehinderter Menschen organisiert.

Gepardenfell ertastet

Los ging es bei den Geparden. Da hatten die beiden Mitarbeiter, welche die Führung leiteten, ein Gepardenfell mitgebracht, das ertastet werden konnte. Bei den Pandas erfuhren die Teilnehmer, dass diese eigentlich im Himalaya leben und sich ausschließlich von Bambus ernähren.

Aufgrund des ansteigenden Tourismus dort sei ihr Lebensraum bedroht, erfuhren die Teilnehmer der Führung. Auch das Maskottchen von Fortuna Köln, der Kleine Panda Fred, ist im Zoo beheimatet, genauso wie der Geißbock Hennes vom 1. FC Köln dort zu finden ist.

Vorbei an einem Paviangehege, in dem bis zu 300 Paviane leben können, ging es weiter zu den Zebras. Der Kölner Zoo beheimatet eine Junggesellengruppe. Die Männchen werden, wenn sie vollständig ausgewachsen sind, an andere Zoos verteilt, so war zu erfahren.

Bei den Löwen wurde der Unterschied zwischen den asiatischen Löwen und ihren Artgenossen aus Afrika genauestens erklärt.

Tigerfell vom Zoll beschlagnahmt

Immer wieder wurde den Teilnehmern die Gelegenheit gegeben, verschiedene Dinge anzufassen. Dazu gehörte beispielsweise ein Tigerfell, das vom Zoll beschlagnahmt und dem Zoo zur Verfügung gestellt worden war. Bei den Elefanten konnte eine Transportbox ertastet werden, mit der eine Elefantendame in verschiedenen Altersstufen transportiert worden war. Auf diese Weise konnten die verschiedenen Größen des Elefanten erfasst werden.

Ein Höhepunkt der Führung war Berta – ein Königspython. Die Schlange hat schon einige Jahre auf dem Buckel und ist an Besucher gewöhnt. Eigentlich liebt sie es, ihre Beute zu erdrücken und anschließend zu verspeisen, weshalb sie – genau genommen – eher als Erdrückschlange und nicht als Würgeschlange bezeichnet werden müsste. Da der Mensch allerdings bekanntlich nicht in ihr Beuteschema passt, war es kein Problem, dass jeder aus der Kreis Heinsberger Gruppe, der dies wollte, sie einmal in die Hand nehmen und streicheln durfte.

Nach dieser ausführlichen Führung durch einen Teil des Zoos, blieb dann noch genug Zeit, den Zoo auf eigene Faust weiter zu erkunden, bevor die Gruppe den sehr angenehmen Tag in einem Restaurant in der Domnstadt Köln ausklingen ließ.

Fragen zum Treff?

Der nächste für alle Interessenten bis 60 Jahre offene Junggebliebenentreff vom Blinden- und sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg findet am kommenden Freitag, 15. Juli, um 17.30 Uhr in der Nikolaus-Becker-Stube in Geilenkirchen an der Konrad-Adenauer-Straße 59 statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Fragen ­beantwortet Rolf Herfs unter Telefon 02431/805320 oder per E-Mail an rolf.herfs@gmx.de.

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