Kreis Heinsberg - BKK Euregio rät von Vorkasse-Medikamenten ab

BKK Euregio rät von Vorkasse-Medikamenten ab

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Neuregelungen gab es zum Jahresbeginn in den Apotheken: Die BKK Euregio warnt vor Vorkasse-Medikamenten. Foto: BKK Euregio

Kreis Heinsberg. Seit dem Jahresbeginn können den Patienten in der Apotheke viele rezeptpflichtige Medikamente gegen Vorkasse angeboten werden. Darauf wies jetzt auch die in Heinsberg ansässige BKK Euregio hin. Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) ist wie berichtet am 1. Januar in Kraft getreten.

Das Gesetz sieht laut BKK Euregio unter anderem vor, dass gesetzlich Krankenversicherte statt eines wirtschaftlicheren rabattgeregelten Arzneimittels auch ein anderes austauschfähiges Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff auswählen dürften.

Diese regelmäßig teureren Medikamente müssten die Patienten so sehe es das Gesetz vor auf dem Wege der Vorkasse in der Apotheke sofort selbst bezahlen und könnten die Rechnung anschließend bei ihrer Krankenkasse einreichen. Diese dürfe dann in der Regel nur einen Bruchteil der Kosten erstatten, so die Darstellung der BKK Euregio.

Der wirtschaftlich Leidtragende bei diesem Vorkasseverfahren sei der Patient: Da die Wunschmedikation derzeit wie ein Privatrezept behandelt werde, könne der Apotheker die sonst üblichen Apotheken- und Herstellerrabatte nicht gewähren.

Aufgrund der gesetzlichen Vorgabe, dass den Krankenkassen durch Vorkasse-Medikamente in der Apotheke keine zusätzlichen Kosten entstehen dürften, seien diese sonst von den Apotheken und Arzneimittelherstellern getragenen Rabatte bei der Ermittlung des Erstattungsbetrages durch die Krankenkasse in Abzug zu bringen.

Letztendlich bleibe somit der Patient damit belastet. Auf Bundesebene würden Krankenkassen und Apotheken versuchen, eine Lösung für diese Rabattproblematik zu finden. Aber selbst bei einer entsprechenden Lösung habe der Patient dann immer noch die oftmals sehr hohen Mehrkosten der Wunschmedikation gegenüber dem rabattgeregelten Arzneimittel zu tragen.

Aus diesem Grund rät die BKK Euregio den Patienten grundsätzlich von den Vorkasse-Medikamenten ab. „Diese Neuregelung kann für die Patienten sehr teuer werden. Patienten zahlen hier deutlich mehr Geld für ein Arzneimittel.

Einen medizinischen Zusatznutzen gibt es aber nicht, da das Vorkasse-Medikament den gleichen Wirkstoff mit der gleichen Wirkstärke enthalten muss, wie das eigentlich zur Abgabe vorgesehene Medikament”, erklärte Hans-Peter Hilgers, Vorstand der BKK Euregio. „Die Medikamente unterscheiden sich nur äußerlich durch Namen sowie Verpackung, aber hauptsächlich durch den Preis”.
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