Bistumsweite Aktion: 40 bunte Stühle im Heinsberger Kreishaus

Von: wo
Letzte Aktualisierung:
stuhlaktion-foto
„Regenbogenhimmel”: Diakon Peter Derichs, Landrat Stephan Pusch und einige der Künstler bewunderten zusammen mit Prof. Dr. Magda Motté die beiden Stühle aus der Wohnstätte Wildenrath. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Im Heinsberger Selfkantdom waren die bunten Stühle zuerst zu sehen. Jetzt ziehen die 40 Kunstwerke, die im Rahmen der bistumsweiten Aktion „Stuhl frei. Bitte nehmen Sie Platz!” für behinderte Menschen allein im Kreis Heinsberg entstanden sind, die Blicke von Mitarbeitern und Besuchern im Heinsberger Kreishaus auf sich.

Gewöhnlich bediene sich der Kreis Heinsberg des Kreismuseums als Plattform für die Präsentation für Kunst, betonte Landrat Stephan Pusch in seiner Begrüßung anlässlich eines Empfangs zur Ausstellung. „Es muss also schon etwas Außergewöhnliches dahinter stecken, wenn die Kunst im Kreishaus präsentiert wird.”

Mit dieser Kunstaktion habe man „eine außergewöhnliche Präsentation mit ungewöhnlichen Exponaten und einem bemerkenswerte Hintergrund ins Haus geholt”. Ihm sei vor allem die unglaubliche Vielfalt aufgefallen. „Man hält es kaum für möglich, wie viele Ideen hier höchst originell umgesetzt worden sind.”

Der Kreis Heinsberg wolle mit seiner positiven Haltung zugleich seine Verbundenheit mit der Behindertenarbeit zum Ausdruck bringen, betonte Pusch. „Sowohl als Schulträger, wie in der Unterstützung von Behinderteneinrichtungen und nicht zuletzt auch durch unsere gesetzlichen Aufgaben als Kreis gibt es hier im Hause viele Verknüpfungspunkte, wenn es um die Belange von Behinderten geht.”

Als einen ganz tollen Ausstellungsort, „wo viele Menschen aus dem ganzen Kreis hinkommen”, bezeichnete Diakon Peter Derichs, regionaler Behindertenseelsorger und einer der Initiatoren des Projekts, das Kreishaus. Auch er begrüßte die Künstler ganz herzlich, die im großen Sitzungssaal Platz genommen hatten.

Alle hätten mit ihren Werken auf einfache, klare und offene Weise zum Ausdruck gebracht, wo sie ihren Platz in der Gesellschaft sähen oder was ihre großen Lebensthemen seinen. Die dazu gehörigen Steckbriefe gäben auch den unauffälligen Werken eine große Aussagekraft.

Prof. Dr. Magda Motté, Literaturwissenschaftlerin und Theologin, hatte als Gastrednerin viel Wissenswertes zum Thema Stuhl zusammengetragen. Zunächst jedoch würdigte sie die ausgestellten Stühle. Viele würden von Träumen und vom Glück erzählen, andere die Zerrissenheit des Menschen darstellen. Allen Darstellungen gemein sei jedoch der Wunsch, das Negative zu überwinden. „Ich frage mich, was diese Stühle von Kunstwerken unterscheidet, die im Museum stehen”, würdigte sie die ausgestellten Arbeiten.

Überhaupt hätten die Initiatoren kein besseres Objekt für ihre Aktion finden können, erklärte sie und erläuterte dann die große Bedeutung des Stuhls im Lauf der Geschichte. Schließlich hatte sie mit den zahlreichen Sprichwörtern, die sie zum Begriff „Stuhl” zum Besten gab, auch den einen oder anderen Schmunzler auf ihrer Seite.

Noch bis zum 17.März sind die 40 in der Region Heinsberg gefertigten Stühle im Kreishaus in Heinsberg an der Valkenburger Straße 45 zu sehen: montags und donnerstags von 7 bis 18 Uhr, dienstags und mittwochs von 7 bis 17 Uhr, freitags von 7 bis 15Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr.

Insgesamt 270 Stühle wurden im gesamten Bistum Aachen in Kunstwerke verwandelt. 70 davon werden ab 20. März in einer zentralen Ausstellung in Aachen zu sehen sein. 20 davon stammen aus dem Kreis Heinsberg.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert