Biotop wird zueiner Müllkippe

Von: sev
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Die Gemeinde Selfkant und der
Die Gemeinde Selfkant und der Kreis Heinsberg fanden sich zu einer Gemeinschaftsarbeit zusammen, um die Abfälle zu entsorgen und das Naturschutzgebiet in einen einwandfreien Zustand zu versetzen. Repro: Severins

Selfkant-Schalbruch. Ein Berg von 35 Tonnen Garten- und Küchenabfällen und 10.000 Euro an Kosten: diese wenig erfreuliche und alle Bürger belastende Bilanz konnte die Gemeinde Selfkant in diesen Tagen ziehen. Was war geschehen?

Gedankenlose Mitbürger haben offensichtlich über einen längeren Zeitraum ihre Garten- und Küchenabfälle in das Naturschutzgebiet „Hohbruch” bei Schalbruch gekippt.

Eine Gemeinschaftsarbeit

Diese illegale Abfallbeseitigung wurde jüngst im Rahmen von Kontrollen durch die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg festgestellt. Eigentümerin des betroffenen Grundstückes ist die Gemeinde Selfkant.

Die Gemeinde Selfkant und der Kreis Heinsberg fanden sich in der Folge zu einer Gemeinschaftsarbeit zusammen, um die pflanzlichen Abfälle zu entsorgen und das Naturschutzgebiet wieder in einen einwandfreien Zustand zu versetzen.

Der Aufwand stellte sich als sehr hoch heraus. Eine maschinelle Beseitigung war aufgrund des empfindlichen Bodens nicht möglich. So wurden die Arbeiten durch Mitarbeiter des Kreises, die über das Projekt „Bürgerarbeit” beschäftigt werden, tatkräftig unterstützt.

Dieses Projekt wird durch den europäischen Sozialfonds als so genannte ESF-Co-Finanzierung mitfinanziert. Ziel der Maßnahmen war es unter anderem, die dort geschützte Erlenbruchwaldgesellschaft wieder herzustellen.

Nicht nur die „aktuellen” Abfälle, sondern auch bis zu ein Meter dicke, aus den Abfällen bereits entstandene Humusschichten mussten abgetragen werden, da der Nährstoffeintrag das dortige Biotop in seinem Bestand gefährdete.

Denn durch den Humus wird der Standort überdüngt. Folge: die wertvollen Arten der Krautschicht wie Schwertlilie, Sumpfsegge und bitteres Schaumkraut verschwinden und werden durch eine Brennnesselkultur ersetzt. So hat die gedankenlose „Entsorgung” zur Zerstörung des Biotops beigetragen.

Erhebliche Beeinträchtigung

Paragraph 30 des Bundesnaturschutzgesetzes regelt, dass bestimmte Biotoptypen (Teile von Natur und Landschaft) geschützt sind. Dazu zählen unter anderem Moore, Heiden, Sumpf- und Bruchwälder. Konkret handelt es sich in dem hier vorliegenden Fall um einen Walzeneggen-Erlenbruchwald.

Nach dem Gesetz ist dort alles verboten, was zu einer Zerstörung oder einer erheblichen Beeinträchtigung dieser seltenen und wertvollen Biotope führen könnte. Hierauf weisen die Gemeinde Selfkant und der Kreis Heinsberg durch eine entsprechende Beschilderung noch einmal ausdrücklich hin.

Trotz des sehr erfreulichen Einsatzes der „Bürgerarbeiter” wurde der Haushalt der Gemeinde Selfkant durch diese illegale Abfallbeseitigung nicht unerheblich belastet. Die Untere Landschaftsbehörde und die Gemeinde weisen darauf hin, dass die Verstöße nach dem Bundesnaturschutzgesetz mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 1500 Euro geahndet werden.
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