Bioenergie-Forum: Kommunen vor großen Herausforderungen

Von: anna
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Ortstermin in Schafhausen: Jü
Ortstermin in Schafhausen: Jürgen Neuß vom Ingenieurbüro H. Berg und Partner aus Aachen (4. v. r.) erläuterte den Teilnehmern des Bioenergie-Forums die Biogasanlage bei einem Rundgang. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Mehr als 120 Teilnehmer konnten die Veranstalter des Bioenergie-Forums in der Heinsberger Stadthalle begrüßen. Neben Fachvorträgen stand auch eine Besichtigung der Biogasanlage der Florack Energie GmbH in Schafhausen auf dem Programm.

Das Heinsberger Unternehmen Florack gehörte ebenso zu den Veranstaltern wie der Kreis Heinsberg, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, die Kreisbauernschaft, die Energie-Agentur NRW und das Zentrum für ländliche Entwicklung im Landesumweltministerium. Als Moderator engagierte sich Dr. Michael Schaloske vom Zentrum für ländliche Entwicklung.

Erster im Kreise der Redner war Kreisdirektor Peter Deckers. Die ambitionierten Zielvorgaben, nach denen der Anteil der erneuerbaren Energien beim Stromverbrauch bis zum Jahr 2050 von 20 auf 80 Prozent steigen solle, würden die Kommunen vor große Herausforderungen stellen, erklärte er. Sie seien in der sogenannten Energiewende Träger der Planungshoheit, Fach- und Genehmigungsbehörde, Eigentürmer von Liegenschaften und nicht zuletzt Gesellschafter kommunaler Unternehmer. Der Kreis Heinsberg könne auf diesem Gebiet bereits „Beachtliches vorweisen”, fügte er eine lange Liste an Aktivitäten hinzu, vom 1988 gestarteten Lokale- Agenda-21-Prozess bis hin zur aktuellen Prüfung, ob Flächen auf den beiden kreiseigenen Deponiestandorten in Wassenberg und Gangelt für eine Fotovoltaik-Nutzung aktiviert werden könnten.

Die Windenergie belege eindrucksvoll, dass praktische Maßnahmen im Kreis Heinsberg Priorität genießen würden, fuhr Deckers fort. 130 Anlagen seien bereits in Betrieb. „Legt man das Verhältnis der Zahl der Windkraftanlagen zur Kreisfläche zugrunde, nimmt der Kreis Heinsberg in NRW eine Spitzenstellung ein: Die Dichte dieser Anlagen liegt im Kreis Heinsberg bereits heute dreifach über dem Landesdurchschnitt.”

Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder ergänzte in seinem Grußwort Beispiele aus der Kreisstadt, etwa die weitgehende Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende Lampen, darüber hinaus die Solar- und die Elektromobilitätsinitiative.

Mit der Thematik der kommunalen Wertschöpfung in der Energiewende beschäftigte sich als erster Fachreferent Lothar Schneider, Geschäftsführer der Energie-Agentur NRW. Stefan Leuchten, Mitarbeiter der Energie-Agentur NRW, widmete sich den Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Reiner Sender von der NEW Re GmbH nahm die Auswirkungen der Energiewende auf die Bevölkerung im Kreis Heinsberg in den Blick. Georg Melchers, Geschäftsführer der BMR Energy Solutions GmbH aus Hückelhoven, verdeutlichte die Abläufe bei der Realisierung eines Windparks. Aktuelle Informationen zur Nutzung der Rübe als Substrat in Biogasanlagen hatte Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, mitgebraucht.

Über die neue Biogasanlage in Schafhausen informierte Jürgen Neuß vom Ingenieurbüro H. Berg und Partner (Aachen), bevor diese von rund 60 Teilnehmern des Forums besichtigt wurde.

Seit Herbst 2011 versorgt die Biogasanlage in Heinsberg-Schafhausen die Kreisverwaltung, das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt und das Unternehmen Sera mit Energie.

23 Landwirte der Region liefern als Vertragspartner 80 Prozent der für die Anlage benötigten Rohstoffe. Eines von drei Blockheiz-Kraftwerken steht auf dem Gelände der Anlage. Zwei weitere stehen im Stadtgebiet und werden über eine Leitung mit Biogas versorgt. Alle drei Anlagen werden zur Strom- und Wärmeversorgung genutzt.

Der gewonnene Strom entspricht dem Verbrauch von rund 1000 Haushalten, die gewonnene Wärme dem Verbrauch von rund 300 Einfamilienhäusern.

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