Kreis Heinsberg - Bioabfälle: Kreis rechnet vorerst nicht mit gravierenden Änderungen

Bioabfälle: Kreis rechnet vorerst nicht mit gravierenden Änderungen

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Kreis Heinsberg. Die Optimierung der getrennten Erfassung und Verwertung von Bioabfällen ist ein aktuelles Thema. Ab Januar 2015 schreibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes eine getrennte Erfassung der Bioabfälle vor.

Der Kreis Heinsberg als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger rechnet aber vorerst nicht mit gravierenden Änderungen, wie sich aus den Antworten von Dezernent ­Josef Nießen auf Fragen von Regionalredakteur Dieter Schuhmachers ergibt.

Wie hoch ist das Biomüllaufkommen im Kreis Heinsberg in den vergangenen Jahren gewesen?

Nießen: In den vergangenen Jahren ist das Biomüllaufkommen im Kreis Heinsberg stetig angewachsen. Dies lässt sich auch an den Zahlen für den Bioabfall (ohne Grünschnitt) ablesen. Das Aufkommen stieg von 11.638,61 Tonnen (45,1 Kilogramm je Einwohner) im Jahr 2009 über 11.691,69 Tonnen (45,4 Kilogramm je Einwohner) in 2010 und 12.002,29 Tonnen (46,6 Kilogramm je Einwohner) in 2011 auf 12.191,95 Tonnen (47,5 Kilogramm je Einwohner) im Jahr 2012 an. Die Statistik für 2013 ist noch in der Bearbeitung, daher stehen die Zahlen noch nicht fest.

Wie wird aktuell im Kreis Heinsberg mit Biomüll umgegangen?

Nießen: In sieben Kommunen werden die Bioabfälle über das Hol­system in Form der Biotonne erfasst, in drei Kommunen erfolgt die Erfassung im Rahmen von Bring­systemen. Die so gesammelten Bioabfälle werden in der Regie der Kommunen in zugelassenen Anlagen verwertet. Darüber hinaus besteht für die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, in zugelassenen Anlagen im Kreis Heinsberg Bioabfälle zu entsorgen. Nicht zu vergessen ist, dass gerade im ländlichen Raum, so auch im Kreis Heinsberg, die Eigenkom­postierung in der Praxis traditionell eine wichtige Rolle spielt und nach meiner Einschätzung auch in Zukunft spielen wird.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz sieht vor, dass biologische Abfälle ab 2015 getrennt zu sammeln sind. Die Biotonnenpflicht ist in immer mehr Schlagzeilen zu entdecken, obwohl es doch noch gar keine Rechtsverordnungen geben soll. Welche Regelungen erwarten Sie? Wird die Biotonne wirklich zur Pflicht für jeden Haushalt?

Nießen: Die aktuellen gesetzlichen Vorgaben der Getrennthaltungspflicht werden im Kreis Heinsberg erfüllt. Dabei ist es den Kommunen überlassen, ob dies im Hol- oder Bringsystem erfolgen soll. Der Erfolg des von der Kommune favorisierten Systems wird anhand von Sammelquoten bestimmt, die derzeit im Rahmen des Aufstellungsverfahrens zum neuen Ökologischen Abfallwirtschaftsplan des Landes Nordrhein-Westfalen diskutiert werden. Nach den bisherigen Verlautbarungen ist aber weder bundes- noch landesseitig die verpflichtende Einführung einer Biotonne vorgesehen.

Die Heinsberger Kreisverwaltung hat durch geschicktes Agieren in den vergangenen Jahren die Bürger vor Kostenexplosionen im Bereich der Abfallentsorgung, wie sie in anderen Regionen zu beobachten waren, bewahren können und zuletzt sogar eine Kostenreduzierung in diesem Sektor erreicht. Würde die Biotonne am Ende für die Bürger ein teures Vergnügen oder könnte ihre Einführung kostenneutral gelingen?

Nießen: Eine Intensivierung einer vorhandenen Sammlung oder eine Neueinführung einer Behältersammlung ist immer mit Mehraufwand bei den Sammelkosten verbunden. Die durch eine Biotonne denkbare Verringerung der Hausmüllentsorgungskosten würde ­voraussichtlich nicht die mit der Einführung der Biotonne verbundenen Kosten für Sammlung und Verwertung auffangen.

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