Bewegung auf Birgdener Problemstraßen

Von: agsb
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„In diesem Bereich könnte eine Querungshilfe kommen”, deutet Friedel Wilms (2.v.l.) vom Straßenverkehrsamt der Kreisverwaltung an.

Gangelt-Birgden. Wenn selbst ein Heinrich Aretz ins Staunen kommt, dann muss Außergewöhnliches passiert sein. Birgden stand jetzt im Fokus des Netzwerkes „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland”.

Der Kreis Heinsberg und der Zweckverband „Der Selfkant” wurden vom Netzwerk als Modellkommunen für Mobilitätsmanagement für Senioren ausgezeichnet.

Kreis und Zweckverband hatten beide an einer Ausschreibung teilgenommen und fast die gleichen Vorschläge unterbreitet. Die Kommission des Netzwerkes sah hierin gute Konzepte und platzierte beide Teilnehmer als Gewinner dieses Wettbewerbs. Das beeindruckte zwar Ehrenbürgermeister Heinrich Aretz, dennoch nahmen nun rund 30 Birgdener Senioren mit gemischten Gefühlen an einem Arbeitstreffen der AG Verkehrs- und Wohnumfeldgestaltung teil. Die Verkehrsprobleme existieren schließlich nicht erst seit kurzem. Trotz vieler Versammlungen und Besprechungen ist kaum Abhilfe geschaffen worden.

Das „Hauptproblem Bahnhofstraße” gilt als sehr schwierig, da diese Verbindung einst klassifizierte Landesstraße war und erst jetzt, nach Rückgabe an den Kreis Heinsberg, als Kreisstraße geführt wird. Doch dank der AG scheinen sich hier „neue Tore zu öffnen”, wie es heißt.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Swantje-Angelika Küpper aus Bonn, anwesend waren weiter Vertreter des Kreises Heinsberg sowie Polizeibehörde, Ordnungsamt der Gemeinde Gangelt sowie Vertreter des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg. Die Anwesenden staunten über das aktuelle Kartenmaterial und ließen sich von dem Vorsatz überzeugen, nicht an einer „Alibi-Veranstaltung” teilzunehmen.

Themenschwerpunkte waren die lebensgefährliche Situation bei der Überquerung nicht nur der Bahnhofstraße aufgrund der Verkehrsdichte, die fehlenden Querungshilfen auch im Bereich Kleiner Pley (Einfahrt Gaterstraße), Ecke Bahnhofstraße (Einfahrt Geilenkirchener Straße) sowie auf der Geilenkirchener Straße Richtung Gewerbehof, dazu die Forderung nach Tempo 30 am Kindergarten.

Brennpunkte beschreiben

Die Stichworte wurden fleißig notiert. Es folgte eine rege Diskussion, wozu die Behördenvertreter Rede und Antwort standen.

Gerne aufgenommen wurde der Vorschlag von Moderatorin Swantje-Angelika Küpper, eine kurze Ortsbesichtigung vorzunehmen, um die Brennpunkte zu beschreiben und nach Lösungen zu suchen. Der frühere Ortsvorsteher Heinrich Aretz hatte angeregt und bereits einen Antrag an den Kreis gerichtet, die Straße mit einem Tempolimit zu belegen. Eine weitere Anregung lautete, eine Einbahnstraße auszuweisen. Friedel Wilms vom Straßenverkehrsamt, sah jedoch beide Vorschläge als „nicht sinnvoll” an, erkannte „keine Entschärfung der Problemzone”.

„Aber warum machen wir keine Querungshilfe in Höhe Kindergarten oder Seniorenwohnheim?”, schlug Friedel Wilms vor. Heinrich Aretz schien von diesem Vorstoß angenehm überrascht. Der Kreis Heinsberg sah auch keine Bedenken, vor dem Abzweig Bahnhofstraße Richtung Großer Pley eine weitere Insel dieser Art zu schaffen. Eine Realisierung der Querungshilfe an der Einfahrt in Starzend, Kurve Weberstraße, sah Friedel Wilms als schwierig, dennoch könnten andere Lösungsvorschläge erarbeitet werden.

Wenn das Geschirr in den Schränken rappelt, düst meist ein Lkw über die Schienen auf der Bahnhofstraße. Das erzürnt die Anwohner, die auch sauer sind auf die Betreiber der Historischen Selfkantbahn. Denn die seien für das Problem mitverantwortlich. Die Schienen müssten angehoben werden, so ein Vorschlag. Diskutiert wurde ebenfalls die Durchfahrt am Gewerbehof mit der geforderten Öffnung der Weberstraße. Bei diesem Stichwort gab es viel Pro und Contra. Im Bereich „Im Hönzel” und Fasanenstraße bereiten immer wieder Raser Sorgen. Besondere Unfallgefahren für Kinder beklemmen die Anwohner und Nachbarn. Brächte eine Änderung der Vorfahrtsrichtung die wirkliche Lösung? Denn es scheint den Betroffenen, dass die Fahrbahnverengungen mittels Blumenkübeln nicht reduzierend genug wirken. Nach dieser offen geführten Diskussion über die Probleme in der Ortsdurchfahrt und der Verkehrssicherheit allgemein hoffen die Teilnehmer mehr denn je auf wirksame Lösungen. In einer weiteren Birgdener AG-Tagung, vielleicht Anfang Februar 2010, könnten schon Ergebnisse präsentiert werden.
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