Gangelt - Besucher erleben Echo wie am Königssee

Besucher erleben Echo wie am Königssee

Von: Karl-Heinz-Hamacher
Letzte Aktualisierung:

Gangelt. Den Besucher im trockengelegten alten Trinkwasserbecken des Verbandeswasserwerks in Niederbusch empfängt ein Echo wie am Königssee. Dieses Becken für 2000 Kubikmeter Trinkwasser war fast 40 Jahre lang der Puffer für die Frischwasserversorgung der Kunden.

Im Jahr 1970 wurde es gebaut und ergänzte das erste Becken, das im Pumpwerk eins gut 500 Kubikmeter Fassungsvermögen hatte. Bis dahin waren aus diesem Becken, das 1956 mit dem Bau des Wasserwerkes in Niederbusch entstanden ist, 3000 Haushalte mit knapp 10.000 Bewohnern in den Orten Gangelt, Breberen, Birgden und Langbroich versorgt worden.

Heute werden rund 54.000 Menschen über 18.000 Hausanschlüsse mit einer Rohrnetzlänge von 450 Kilometern versorgt. Aus sechs Brunnen fördert das Werk pro Jahr vier Millionen Kubikmeter Wasser, die in Niederbusch aufbereitet und von dort aus verteilt werden. Im Lauf der Jahre kamen immer mehr Versorgungsgebiete hinzu.

Derzeit werden die Gemeinden Gangelt und Selfkant, die Stadt Geilenkirchen, mit Brachelen ein Teil der Stadt Hückelhoven und seit Neustem das Wasserwerk Linnich beliefert. Linnich bekommt nur das Wasser, der Service ist beim dortigen Wasserwerk geblieben. Alle anderen Kunden werden von rund 30 Mitarbeitern betreut, die im Bedarfsfall rund um die Uhr einsatzbereit sind.

Als einen Meilenstein in der Zukunftssicherung des Wasserwerkes Gangelt bezeichnete Georg Wichert, Geschäftsführer der „Verbandswasserwerk Gangelt GmbH”, die 1993 aus dem damaligen Zweckverband gegründet wurde, den Vertrag mit der Gelsenwasser AG über die Belieferung des Gebietes Linnich, der im Oktober 2007 geschlossen wurde.

Zu diesem Zeitpunkt wurde allerdings auch klar, dass die Trinkwasserbecken mit zweimal 1000 Kubikmetern nicht mehr ausreichen würde, die Versorgung zu sichern. So wurde vor kurzem die Inbetriebnahme eines neuen Trinkwasserbehälters mit zweimal 2500 Kubikmetern Frischwasser und die dazu gehörige neue Filterhalle am Werk in Niederbusch vorgenommen.

Nun bot sich die Gelegenheit, das 1970er Becken zu sanieren. Wie damals üblich, wurden die 2000 Kubikmeter Trinkwasser in zwei gleich großen, ineinander stehenden Behälter gesammelt. Das hatte den Vorteil, dass man immer eines der beiden Becken leerlaufen lassen und reinigen oder sanieren konnte. „Allerdings”, so Georg Wichert, „nahm diese 30 Zentimeter breite und sieben Meter hohe Wand auch erhebliche Kapazität weg. Außerdem waren die Renovierungskosten durch die erhebliche Mehrfläche enorm.”

So entschloss man sich, die Wand fachmännisch entfernen zu lassen. Das stellte sich schwierig dar, denn schließlich hatte der Kuppelbau nur einen Entlüftungsschacht als möglichen Ausgang. Die Mauerteile, Beton mit Eisen, wurden auf meterbreite geschnitten und die tonnenschweren Stücke mit einem Kran aus dem Loch gehievt.

Diese Arbeiten sind beendet, und nun steht die Sanierung des Bodens und der Wände an. Insgesamt werden die Maßnahmen rund 245.000 Euro kosten. Obwohl das neue Trinkwasserbecken mit seinen fünf Millionen Litern für die Versorgung der Kunden ausreichen sollte, wurden die Sanierungsarbeiten bewusst in die verbrauchsschwache Zeit gelegt, damit man sich im Frühjahr, wenn der Wasserverbrauch wieder steigt, mit einem Vorrat von 7000 Kubikmetern keine Gedanken über einen Engpass machen muss.
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