Heinsberg - Besserung für die Anwohner der Justizvollzugsanstalt in Sicht

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Besserung für die Anwohner der Justizvollzugsanstalt in Sicht

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
JVA Heinsberg
Die Anwohner der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg können auf eine baldige Besserung ihrer Situation hoffen. Foto: Georg Schmitz

Heinsberg. Die Anwohner der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg können auf eine baldige Besserung ihrer Situation hoffen. Seit der Erweiterungsbau in Betrieb genommen wurde, beklagten diese sich über permanente Lärmbelästigung sowie Lichtemissionen und fühlten sich in ihrer Sicherheit beeinträchtigt.

Wie das nordrhein-westfälische Justizministerium auf Anfragen dieser Zeitung im Nachgang zum gestrigen Ortstermin mitteilte, wurden eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die Abhilfe schaffen sollen.

Ein Landschaftsarchitekt habe Vorschläge unterbreitet, wie die Grundstücke der Anwohner bepflanzt werden könnten, damit ein Sichtschutz gewährleistet ist, sagte Ministeriumssprecher Detlef Feige.

Konkret handele es sich um größere Pflanzen, damit nicht erst auf entsprechendes Wachstum gewartet werden müsse. Die Kosten würde das Land übernehmen. „Eine höhere Mauer ist aus statischen Gründen nicht machbar”, sagte Feige weiter. „Baulich werden die Fenster Dreifachverglasung erhalten. Sie können zwar auf Kipp geschaltet werden, sollten die Häftlinge aber uneinsichtig sein und zu laut sein, kann man sie abschließen.”

Der Kommunikationsdrang der U-Häftlinge, die meist um die 20 Jahre alt seien, sei zugegebenermaßen deutlich höher als bei Strafgefangenen höheren Alters.

Auch beim Thema Licht ist Besserung in Sicht: Der Streubereich des größten Masten soll verkleinert werden,„vielleicht schon in dieser Woche, sonst in der nächsten”, so Feige. So schnell ginge es allerdings mit den Fenstern und der Bepflanzung vermutlich nicht, das könne ein paar Monate dauern. „Wir sind auf einem guten Weg”, fasste der Sprecher zusammen.

Guido Siebert, einer der Anwohner, sagte, dass er zufrieden sei mit der Entwicklung, dass nun endlich etwas nachhaltig getan werde. „Wir müssen jetzt abwarten, was das bringt”, sagte er auf Anfrage.

Im Moment müssten Anwohner immer noch jede Nacht anrufen, und Lärmstörungen melden. „Wir übernehmen für die JVA die Kontrollfunktion”, meinte er. Sicherlich sei es aber in Anbetracht der Personalsituation in der Anstalt derzeit nicht besser zu händeln.

Siebert freute sich sehr über den Punkt hohe Bepflanzung; „das war ein Vorschlag, den wir der JVA mal gemacht hatten.” Das Justizministerium sieht bereits erste Fortschritte darin, die U-Häftlinge stärker in Sport-, Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote einzubinden, damit die Insassen abends ausgepowert sind.

Die Räumung der oberen beiden Etagen und der räumliche Tausch von U-Häftlingen gegen Häftlinge aus dem Strafvollzug sei auch von Vorteil gewesen.

Am kommenden Freitag, 18. Mai, wird es außerdem einen Ortstermin für die Anwohner geben. „Dabei sollen sich die Anwohner ein Bild davon machen können, wie es in den Zellen aussieht und was überhaupt aus den Fenstern heraus gesehen werden kann oder eben auch nicht”, sagte Feige.
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