Berufswahl wichtiger als das neue Handy

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Knapp 1000 Schülerinnen und Schüler kamen am Donnerstag, über die sechs Stunden verteilt, zur Education in die Heinsberger Stadthalle: Die Berufsstartermesse der AOK-Regionaldirektion Heinsberg, die traditionell in Zusammenarbeit mit der Heinsberger Zeitung veranstaltet wird, hatte auch bei ihrer neunten Auflage nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Kreis Heinsberg. Nach der neunten Auflage der Berufsstartermesse Education hat die AOK-Regionaldirektion Heinsberg als Veranstalter zufrieden Bilanz gezogen.

Knapp 1000 Schülerinnen und Schüler sowie begleitende Lehrkräfte und einige Eltern waren am Donnerstag im Laufe der sechsstündigen Veranstaltung zu Gast in der Heinsberger Stadthalle. 32 Aussteller präsentierten wissenswerte Informationen zu über 100 verschiedenen Ausbildungsberufen. Das Angebot zum Bewerbertraining wurde rege genutzt. Und es wurden viele gute Gespräche geführt.

Wird es also 2012 die zehnte Education geben? „Auf jeden Fall”, zeigte sich Peter von der Forst, der stellvertretende Regionaldirektor der AOK, überzeugt.

Schon in der Talkrunde zur Eröffnung hatte AOK-Regionaldirektor Herbert Löscher betont, dass die Messe in Heinsberg mittlerweile eine feste Größe sei.

„Sie wird immer aktueller, immer wichtiger”, lobte Landrat Stephan Pusch die Veranstaltung der AOK als Beitrag zur Wirtschaftsförderung. Denn in den kommenden Jahren würden die Firmen verstärkt auf die Azubis zugehen müssen. Der Grund dafür sei die demografische Entwicklung. „Auch für mich ist dieser Termin daher seit Jahren fest gebucht”, erklärte er zu seiner Teilnahme an der Education, die von der AOK traditionell in Zusammenarbeit mit dem Zeitungsverlag Aachen realisiert wird. Regionalredakteur Dieter Schuhmachers fungierte als Moderator.

Als wichtigen „Baustein im Berufswahl-Fahrplan” würdigte auch Hans-Helmut Lehmkuhl von der Agentur für Arbeit die Messe. Auch in diesem Jahr werde sich wie im Vorjahr die Zahl der Ausbildungsangebote wieder mit der Zahl der Bewerber in etwa die Waage halten. Dennoch sei es mittlerweile in einigen Berufsfeldern nicht mehr einfach, alle Plätze zu besetzen.

„Berufswahl ist richtig Arbeit. Die kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie ist wichtiger als die Frage, wie denn das neue Handy aussehen soll”, gab er den jungen Menschen mit auf den Weg, die schon gleich nach der Eröffnung die Begegnungsstätte bevölkerten. Die rückläufige Zahl an Bewerbern werde den Markt in den nächsten Jahren „mit großer Wucht” treffen, da immer mehr ältere Mitarbeiter in Ruhestand gehen würden. Deshalb sei es wichtig, schon heute die Fachkräfte für morgen auszubilden, so Lehmkuhl.

Dass dieses Problem rückläufiger Bewerberzahlen in den Unternehmen bereits angekommen ist, war bei einem Rundgang über die Education beispielsweise von Roland Kohnen zu erfahren. Der Ausbildungsleiter der Mobau-Gruppe betonte, dass es bisher immer Absagen gegeben habe, die er ungern geschrieben habe, und alle freien Stellen locker zu besetzen gewesen seien. In diesem Jahr seien die Bewerberzahlen allerdings im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zurückgegangen. Zugleich hätten sie auch nicht mehr die Qualität von Bewerbern vergangener Jahre.

Dass bei der von AOK-Projektleiter Dieter Finken organisierten Messe nicht nur neunte Klassen, sondern auch bereits achte Klassen zu den Besuchergruppen zählten, lobte Serin Alma, die für den Verband medizinischer Fachberufe vier Berufsbilder vorstellte. „So haben die Schüler Zeit, sich mit den Berufen auseinanderzusetzen, sodass sie dann später auch in ihrem gewählten Beruf bleiben.”

Viele Lehrkräfte hatten mit einer guten Vorbereitung dafür gesorgt, dass ihre Schülerinnen und Schüler bei der Education genau dies, sich mit den Berufen auseinanderzusetzen, auch intensiv taten. Leni Vosse von der Selfkantschule in Höngen hatte zum Beispiel mit ihren NeuntklässlernÊ im Unterricht intensiv die Berichterstattung in der Zeitung zur Messe studiert und mit ihnen eigene Fragebögen erstellt. Damit sollten sie bei ihrem Rundgang Antworten einholen zu drei von ihnen selbst ausgewählten Berufsbildern. Noch mehr Informationen zu handwerklichen Berufen für Jungen sowie zu Einzelhandelstätigkeiten für Mädchen wünschte sich die Lehrerin für künftige Messen.

Ein Paradebeispiel für die Erfolgsgeschichte dieser Berufsstartermesse ist Michael Stolz, der an der Fachhochschule in Jülich zum Physiklaboranten ausgebildet wird. Wie er in einer der stündlichen Talkrunden berichtete, hatte er vor einigen Jahren bei der Education den ersten Kontakt zur FH geknüpft.
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