Berliner Autor diskutiert mit Schülern über Mauerfall

Von: Petra Wolters
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Historiker und Buchautor Thomas Flemming erläuterte den Schülern der Betty-Reis-Gesamtschule gestern zahlreiche interessante Details über die Mauer, die Berlin 28 Jahre lang in zwei Teile trennte. Foto: Petra Wolters

Wassenberg. Vor 20 Jahren, am 9. November 1989, fiel in Berlin die Mauer, die die Stadt 28 Jahre lang in zwei Teile getrennt hatte. Grund genug für die Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg, mit Thomas Flemming aus Berlin den Autor des Buches „Die Berliner Mauer” einzuladen, das gerade in einer aktualisierten, reich bebilderten Auflage erschienen ist.

Dabei kooperierte die Schule mit dem Berliner Bebra-Verlag und mit dem Heinsberger Buchhändler Reiner Gollenstede.

Ihn begrüßte Schulleiter Heinrich Spiegel neben Flemming im Forum der Schule ebenso wie rund 140 Schüler: zwei Klassen aus der Jahrgangsstufe 9 und der Profilkurs Englisch/Geschichte der Jahrgangsstufe 12, die sich im Unterricht detailliert mit der Geschichte der deutschen Teilung beschäftigt hatten, darüber hinaus Vertreter aller Klassen der Stufen 8 bis 13, die für ihre Klassen nach dem Vortrag des Autors als Berichterstatter fungieren werden.

Erinnern und das Wecken historischen und politischen Bewusstseins würden zum Schulprogramm gehören, erklärte Schulleiter Heinrich Spiegel zur aktuellen Thematik. Mit dem Autor und Historiker Flemming könne man einen Gast begrüßen, der authentisch, detailliert und mit ganz neuen Aspekten auf das Ereignis deutscher Historie vor 20 Jahren eingehen könne. Mauern gebe es viele, so Spiegel weiter, sichtbare und unsichtbare, Mauern um Ritterburgen oder auch die chinesische Mauer. Auch wenn die Berliner Mauer im Vergleich damit eher klein erscheine, „war sie jedoch gewaltiger, nicht in ihrem Ausmaß als Mauer, sondern in dem, was sie getrennt hat”.

Die Berliner Mauer sei ein Symbol für die Teilung der Welt, erklärte Flemming, der seinen Bericht mit zahlreichen, großformatigen Fotos, zum Teil aus Stasi-Akten, mit Karten und Zeichnungen aus den Akten der Grenztruppen für die Schüler interessant bebilderte. Sie erfuhren in seinem gut einstündigen Vortrag etwa, wie es zum Bau der Mauer gekommen war und wie die Mauer im Laufe der Jahre ihr Aussehen veränderte, von einer Mauer zu einem perfektionierten System von Sperranlagen. Ihren Versuch, sie zu überwinden, hätten 135 Menschen mit dem Leben bezahlt.

Warum man das, was am 9. November 1989 geschah, heute als Revolution bezeichnet, erklärte Flemming den Schülern abschließend auch. Die neue Reiseregelung, die Politbüro-Mitglied Günter Schabowski an diesem Tag verkündete, sollte eigentlich erst einen Tag später gültig werden und eigentlich nur vorher mit Pass beantragte Reisen ermöglichen.

Doch dann hätten die Menschen in Ostberlin das weitere Geschehen selbst in die Hand genommen. Er sei vor Ort gewesen und habe das Gefühl gehabt, die Menschen seien aus einem jahrzehntelangen Albtraum erwacht. „Geschichtliche Ereignisse brauchen Symbole. Der Fall der Mauer durch die Menschen ist ein solches Symbol”, schloss er, bevor er den Schülern dann gerne noch zahlreiche Fragen beantwortete.
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