Benefizkonzert: Ein Abend voll bewegender Momente

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
10823538.jpg
Musik zugunsten der Flüchtlingshilfe: Der Kirchenchor St. Katharina Immendorf war ein Teil des überaus gelungenen Benefizkonzertes in der katholischen Kirche St. Johann Baptist in Geilenkirchen-Hünshoven. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. „Während des Konzerts gab es viele bewegende Momente“, freute sich Maria Slagboom als Leiterin des Jungen Chores Hünshoven. Und sie meinte damit nicht nur die Tatsache, dass gut 500 Menschen am Donnerstagabend in der katholischen Kirche St. Johann Baptist im Geilenkirchener Stadtteil Hünshoven den regionalen Beitrag im Rahmen der bistumsweiten Solidaritätskonzerte für die Flüchtlingshilfe miterleben wollten.

„Es waren so viele Menschen gekommen, dass auch die Orgelbühne den Andrang nicht tragen konnte, und die Gäste bis in den Mittelgang aufrückten“, so Slagboom.

Das Konzert war ein durchschlagender Erfolg mit einem schönen Hintergrund. Denn der Junge Chor Hünshoven, der Kirchenchor St. Katharina Immendorf und das Orgel-Klarinetten-Duo mit Michael Jansen und Rainer Lauterbach aus Prummern brachten nicht nur Gospel, Neue Geistliche Musik und Instrumentalmusik in die Ohren der begeisterten Besucher. Sie sammelten mit ihrer Musik auch Geld zugunsten der Flüchtlinge. „Wir sammeln für die lokale Flüchtlingshilfe und die Mittelmeerseenotrettung MOAS“, erklärte Maria Slagboom.

Und die einzigartige Atmosphäre im Kirchenschiff brachte auch die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Besucher aus Geilenkirchen und Umgebung in Schwung. Denn am Ende des überaus inspirierenden Abends stand eine stolze Summe von etwas mehr als 5000 Euro auf dem Ergebniszettel. Genauer gesagt war es ein Cent mehr als diese runde Summe.

Und die nötige ­Extra-Schippe mehr hatten auch alle Beteiligten musikalisch aufgelegt, um das stolze Ergebnis bei diesem Benefizkonzert einzuspielen. So war schon der erste Teil mit dem Kirchenchor St. Katharina Immendorf ein echter Höhepunkt. Unter der Leitung von Alois Endres brachten die Immendorfer Sängerinnen und Sänger nicht nur eine wirklich beeindruckende Version von Leonard Cohens „Hallelujah“ zu Gehör. Sie verbreiteten auch mit „Weil der Himmel uns braucht“ und dem vom Jungen Chor von der Orgelempore aus unterstützten „Ubi ­caritas – Wo Liebe und Güte ist, da ist Gott“ und anderen Liedern die Botschaften unter den Menschen.

Syrer singen in Kirchenbank mit

Musik von Flüchtlingen war übrigens auch dabei: Zwei junge Syrer sangen in der Kirchenbank mit. Leider fiel der eigentlich eingeplante Programmpunkt eines jungen Mannes aus Eritrea aus, da er wegen einer Erkrankung absagen musste. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denn er ist zur nächsten Messe, die mit dem Jungen Chor Hünshoven gesungen wird, eingeladen, sein Lied aus seiner Heimat darzubieten, wie die Organisatoren bestätigten.

Bildaufnahmen oder Namensnennungen von Flüchtlingen waren an diesem Abend übrigens unerwünscht. Und das aus gutem Grund, wie auch die zwischenzeitlich im programmatischen Teil des Abends als Moderatorin eingesprungene ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin und Sängerin im Immendorfer Chor, Christa Nickels, anmerkte. „In heutigen Online-Zeiten haben Menschen, die – aus welchem Grund auch immer - nach Flüchtlingen suchen, leichtes Spiel, wenn sie Namen oder Fotos finden wollen“, begründete sie am Rande der Benefizveranstaltung die Bitte, die Flüchtlinge in diesem Fall anonym zu behandeln.

In ihrer kleinen Gesprächsrunde, beleuchtete Christa Nickels die Aspekte von Flucht und Leid in der heutigen Zeit und dank Nada Solle – Lehrerin an der Geilen­kirchener Anita-Lichtenstein-­Gesamtschule – klappte auch die Übersetzung. So berichteten die sichtlich bewegten Syrer vom Leben in ihrer Heimat, das nicht nur durch Fassbomben nicht mehr erträglich war. „Sie haben dabei nicht auf die Tränendrüse gedrückt, sondern einfach erzählt, warum sie geflüchtet sind, und dass sie sich bei Deutschland bedanken“, schloss Nickels.

Bedanken durften sich die Gäste aber nicht nur für diese hautnahen Erlebnisse. Auch die Musik ging nahe und war ein Gänsehaut-Faktor an diesem außergewöhnlichen Abends. Und dann war es egal, ob es instrumentale Musik wie die „Nordische Reflexion“ mit Michael Jansen an der Orgel und Reiner Lauterbach an der Klarinette war, die Beiträge des Jungen Chores mit „I Have a Dream“ als Opener oder auch das gemeinsame Singen der Chöre und der Gäste, das den Abend beschloss.

Dies war ein klangvoller Abend, der einerseits im Zeichen des musikalischen Zusammenspiels der drei Gemeinden aus Hünshoven, Immendorf und Prummern stand, vor allem aber im Zeichen der Willkommenskultur und Hilfsbereitschaft.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert