Bekannte Stücke in ganz neuem Gewand

Von: Pia Wilbrand
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Erkelenz. Obwohl der Chor der Gefangenen aus der Oper „Fidelio” wunderschön ist, hört man ihn viel zu selten. Deshalb entschied sich Alexandra Hillebrands, Leiterin des Werks-Chors „Glückauf” von Aker Wirth dazu, ihn ins Repertoire aufzunehmen.

„Der Gefangenenchor von Beethoven hat es nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich in sich”, erklärte die Leiterin. „Stellen Sie sich vor, sie sind in einem Raum eingesperrt bei unendlicher Hitze.” An dieser Stelle lachte das Publikum, denn während draußen der Herbst einzog, herrschte im Alten Rathaus ein sommerlich-schwüles Klima.

Zum Schmunzeln war auch die Interpretation von „Mein Herr Marquis” aus Johann Strauss Operette „Die Fledermaus”, die die Sopranistin Cordula Kautzner vortrug. „Adele wird vom Marquis beschuldigt, ein Kammermädchen zu sein, was diese entschieden, aber doch mit dem nötigen Humor zurückweist”, erklärte die Sopranistin. Neben ihrer beeindruckenden gesanglichen Leistung war es auch ein gewisses schauspielerisches Talent, das dieses Stück so authentisch werden ließ.

Cordula Kautzner gehörte 2007 zu den Finalteilnehmern beim Internationalen Musikwettbewerb der Alten Oper Frankfurt und ist Mitglied des Extrachores der Deutschen Oper am Rhein.

Auch der zweite Gastsänger, der Tenor Rubert Hillebrands, überzeugte durch seine Professionalität, denn sein Gesang wurde von seiner Erkältung nicht beeinflusst.

Ein ganz besonderer Applaus

Und sein Duett mit Cordula Kautzner „Schenkt man sich Rosen in Tirol” aus „Der Vogelhändler” von Carl Zeller erntete den ganz besonderen Applaus der Zuhörer.

Vor 100 Jahren wurde die Oper über den Ritter der traurigen Gestalt uraufgeführt. Dieses nahm der Werks-Chor zum Anlass, die Kurzversion „Phantastische Abenteuer des Don Quijotes” von Walther Schneider vorzutragen. Unterhaltsam war dabei vor allem auch die von Jakob Jatho gelesene Geschichte, wenn Don Quijote, etwas umnebelt durch seinen Schauerromankonsum, vierarmige Zauberer und Riesen sieht, wo eigentlich Windmühlen stehen.

Ein ebenfalls bekannter Klassiker ist das Werk „An der schönen blauen Donau” von Johann Strauss. „Das haben wir doch schon hundert Mal gehört, denken Sie sicherlich”, begann Alexandra Hillebrands die Einleitung zum letzten Stück des Abends. „Aber Sie haben bestimmt die Orchesterfassung im Ohr. Wir führen hier aber die ursprüngliche Version auf, denn zunächst hatte Strauss das Werk 1867 für einen Männerchor komponiert.”

Geübte Bässe und Tenöre schafften so, in Begleitung von Frank Scholzen am Klavier, einen gelungenen Abschluss des abwechslungsreichen und unterhaltsamen Konzerts. Die Einnahmen des Abends werden an das Hospiz in Erkelenz gespendet.
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