Beim Weltgebetstag geht es auch um Probleme auf den Bahamas

Von: Anna Petra Thomas
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In Kempen integrieren die Frauen eine Fußwaschung in den Gottesdienst zum Weltgebetstag, um zu verdeutlichen, was Gottes Liebe bewirken kann. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Türkisblaues Meer und die Inseln der Bahamas mittendrin – mit blauen Tüchern, Muscheln und Seesternen, mit exotischen Pflanzen und den Umrissen der Inseln aus weißem Papier hatten Frauen aus sechs Kirchengemeinden den Altarraum in der Kirche St. Nikolaus dekoriert.

In Kempen trafen sich in diesem Jahr die Frauen aus den fünf katholischen Pfarreien Heinsberg, Kempen, Kirchhoven, Schafhausen und Unterbruch sowie aus der evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg zum Weltgebetstag. So freute sich Gisela Schuhmacher, Vorsitzende der katholischen Frauengemeinschaft, in ihrer Begrüßung sehr, zu dem ökumenischen Wortgottesdienst neben dem katholischen Pfarrer Arnold Houf auch den evangelischen Pfarrer Martin Jordan begrüßen zu können.

Danach stellte sie zunächst die Bahamas vor, denn Frauen von den Bahamas hatten für dieses Jahr die Liturgie des Weltgebetstages vorbereitet. So erfuhren die Gottesdienstbesucher, dass die Bahamas aus 700 Koralleninseln bestehen, von denen aber nur 30 bewohnt sind, dass die dort lebenden Menschen zu 85 Prozent Nachfahren der einst versklavten Bevölkerung sind und dass die Bahamas ein überwiegend christliches Land sind, in dem neun von zehn Menschen einer der zahlreichen Kirchen angehören.

Im Verlaufe des Gottesdienstes wurde aber jedem Teilnehmer auch klar, dass die Bahamas viel mehr sind als Traumstrände und Tauchparadiese. Von vielen Notlagen hörten sie, vor allem für die Frauen, von Armut und häuslicher Gewalt, von jugendlichen Müttern, Migrantinnen, von Problemen mit HIV und Aids, aber auch von einer hohen Brustkrebsrate. Ganz besonders deutlich wurde dies im Rahmen einer Fußwaschung, die der Lesung aus dem Johannesevangelium (Joh 13, 1-17) folgte. Darin wird berichtet, wie Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat und ihnen damit den „äußersten Beweis seiner Liebe“ gegeben hat.

Dem folgten dann auch sechs Frauen aus der Vorbereitungsgruppe. Aus dem Schild, auf dem vorne das Wort „Armut“ stand, wurde nach der Fußwaschung ein „Fülle erleben“, der Begriff „Migrantin“ wandelte sich in „Willkommen sein“.

Selbst ergänzt hatten die Frauen in Kempen die Liturgie um eine Betrachtung des diesjährigen Bildes zum Weltgebetstag, das aufgrund seiner Farbigkeit unter dem Weltgebetstags-Motto „Begreift ihr meine Liebe?“ sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Überhaupt beeindruckte die Liturgie in diesem Jahr durch Texte, die ihre Herkunft durchblicken ließen.

„Lasst euch waschen in Gottes unendlich strömendem Ozean der Gnade“, lautete da etwa ein Gebetsaufruf von der Insel Andros. „Gott, deine radikale Liebe ist so beständig wie die Sonne, deine Barmherzigkeit so grenzenlos wie der Sand und deine Gnade umgibt uns wie die Wasser der Meere“, hieß es in einem Lobpreis von der Insel Abaco. Da passten dann auch die Klänge, Melodien und Gesangstexte von den Bahamas, die in Englisch und in Deutsch gesungen wurden.

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