Beim Streitschlichten ist Mimik wichtig

Von: Petra Wolters
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Die angehenden Streitschlichter der Oberbrucher Hauptschule beim Rollenspiel: Zu den Aussagen der „Streithähne” (links) machen sich die Streitschlichter (rechts) Notizen. Sozialarbeiterin Silke Kubaink filmt die Situation. Foto: Petra Wolters

Heinsberg-Oberbruch. Seit sechs Jahren schon sind an der Hauptschule in Oberbruch Schüler erfolgreich für ihre Mitschüler als Streitschlichter im Einsatz. Neun Schülerinnen drücken gerade die Schulbank, um diese Funktion künftig ebenfalls hier ausüben zu können, und das erstmals ganz freiwillig in den Ferien.

Früher habe die Ausbildung für die Schüler im Rahmen einer AG am Nachmittag durchgeführt werden können, erklärt dazu Schulsozialarbeiterin Silke Kubaink. Neuerdings müssten diese aber ihre schon in der siebten Klasse gewählte AG bis zum Schulabschluss beibehalten und könnten in der neunten Klasse somit nicht mehr in eine Streitschlichter-AG wechseln. Die Lösung des Problems ergab sich durch die Verlegung der Ausbildung neuer Streitschlichter in die Ferien.

Gleich neun Mädchen der aktuellen zehnten Klasse haben so bereits die ersten vier Tage ihrer Sommerferien und jetzt sogar die erste komplette Woche ihrer Herbstferien geopfert, um sich als Streitschlichter fortzubilden. Dass sie dies ganz selbstverständlich in ihren Ferien tun, darüber freuen sich die Sozialarbeiterin und Schulleiter Michael Schmitt ganz besonders.

Zunächst stand in der Ausbildung die Theorie auf dem Programm. Dabei galt es zum Beispiel, die fünf unterschiedlichen Phasen eines Schlichtungsgesprächs von der Einleitung mit der Begrüßung bis hin zur Suche nach Lösungen und der Formulierung von Vereinbarungen kennen zu lernen. Auch die richtige Körperhaltung, Gestik und Mimik waren Inhalte der Schulung, bevor es mit Unterstützung der Sozialarbeiterin in die Rollenspiele ging. Diese wurden von ihr aufgezeichnet und gemeinsam ausgewertet. „Das hat super geklappt”, freut sie sich. „Die Mädchen haben die Kamera gar nicht beachtet und waren voll konzentriert.”

„Ich finde es toll, wenn ich jetzt jemandem helfen kann”, sagt Lydia Schulte. Sie sei selbst schon in vielen Streitsituationen gewesen, in denen sie nicht gewusst habe, wie sie sich verhalten solle. „Diese Ausbildung ist auch später in meinem Berufsleben von Vorteil”, ist sie sich sicher. Vor allem ihr Wissen zum Thema Körperhaltung, Gestik und Mimik habe ihr in ihrem Praktikum in einer Oberbrucher Bäckerei sehr geholfen, berichtet Büsra Ay.

„Die Atmosphäre ist gut, wir verstehen uns alle gut”, findet Kim Harmes Lob für das gesamte Team, das jetzt noch den Streitschlichter-Raum der Schule gestalten sowie Fotos und Steckbriefe aushängen will, um dann gleich nach den Ferien aktiv werden zu können. Die neun Schülerinnen sind sicher, dass sie mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit einen großen Beitrag zu einer guten Atmosphäre auch für die Zeit zwischen den Unterrichtsstunden auf dem Schulhof leisten können. „Früher war es viel schlimmer hier. Jetzt ist es voll friedlich in der Pause”, sagt Lydia Schulte und wertet dies auch als Erfolg der Streitschlichter-Arbeit an der Schule.
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